Zeitvertreib

Montag 23. April 2007

So schnell wird man im Fernsehen zum „Experten“: Ich saß heute morgen in so einer Art Landeskunde-Seminar mit einem jungen Mann aus Abu Dhabi und seiner rumänischen Freundin, einem Falkner und seinem Falken, als mehr oder weniger plötzlich ein australisches Fernsehteam auftauchte, die für eine Reisesendung noch etwas über Falken aufnehmen wollten. Der Falkner sprach kein Englisch und sonst war auch niemand greifbar, also wurde der Abu Dhabianer (?) gefragt, ob er nicht vol laufender Kamera ein paar Fragen rund ums Falkenvieh beantworten könne. Zumal er in seinem weißen Gewand ja wirklich authentisch aussah. In Wahrheit ist der gute Mann Elektroingenieur und versteht wahrscheinlich von Falken auch nicht mehr als der gewöhnliche Deutsche von seinem Schäferhund. 🙂

Ansonsten habe ich hier mit joggen angefangen (Ja! Hier bekomme ich sogar wieder Lust auf Sport!), habe nach mühsamer Kleinarbeit den Ameisen im Garten ihren Weg in die Küche versperrt und verschiebe die Möbel nach meinen Vorstellungen.
Nicht, dass ich hier zum perfekten Hausmann werde, aber meine WG-Bewohner haben vor lauter Arbeit nie Zeit für einige Basisdinge.
Es ist übrigens erstaunlich, wie schnell man einige deutsche Verhaltensweisen ablegt: Da hier kein Müll getrennt wird schmeißt man bequem alles zusammen und dann vor dem Haus in die Mülltonne. Auch war ich bisher zu langsam, mich gegen diesen Verpackungswahn an der Supermarktkasse zu wehen, obwohl ich drei Tüten für fünf eingekaufte Waren zuviel finde. Wir überlegen sogar, den japanischen untere-Mittelklassewagen gegen ein spritsaufendes Geländemonster einzutauschen – der gefühlten Sicherheit auf der Straße wegen und falls man doch mal in die Wüste möchte.


Woche 1

Donnerstag 19. April 2007

So, die erste Woche ist geschafft – Zeit für eine kleine Zusammenfassung, in ungeordneter Form.

Ich bin gut angekommen, die Mitbewohner und das Haus sind ok, die Umgebung hier bietet alles, was ich zum Leben bräuchte: eine indische Bäckerei, und ein Miniatur-Einkaufszentrum mit Wäscherei, Gemüsehöker, Videothek, einem italienischen Restaurant, Friseur und immerhin vier Imbissen (zwei Inder, ein Iraner, ein undefinierbarer). Nein, es sind sogar fünf, denn in einem Gang habe ich noch eine Fish&Chips-Bude ausfindig gemacht. Davon abgesehen ist ein größeres Einkaufszentrum nur rund zwei Kilometer entfernt, die ich auch bei derzeit 37 Grad noch zu Fuß zurücklegen kann.

Damit falle ich hier auf wie ein lila Kamel neben Knut: Vor den Läden halten ständig große Karossen und hupen. Die Laden-Angestellten eilen dann raus, um die Bestellung entgegen zunehmen und die Ware zum Auto zu bringen. Dass mittlerweile sogar in Fernesehspots für mehr Bewegung geworben wird, hat mit dieser Form von Bequemlichkeit sich er nichts zu tun 😉

Die erste Anschaffung hier: eine Sonnenbrille in meiner Stärke. Wunderbar! Die braune Tönung lässt alles hier noch viel schöner erscheinen, als es in der Realität daherkommt. Nun verstehe ich, warum das Gestell von Nxxxr-Kalle* in seinem Gesicht festgewachsen ist.

Der erste Urlaub verlief anders als geplant, weil wir Ziel, Dauer und Termin sehr plötzlich abändern mussten. Statt drei Tage Oman übers Wochenende sind es nur zwei Tage durch die unterschiedlichen Emirate geworden. Zumindest konnten wir uns schon mal die anderen Emirate etwas ansehen.

* Nachtrag 28.7.2007: Ich habe den Namen rein prophylaktisch geändert, weil eine Hamburger Kiez-Größe , die 30 Jahre lang mit dem Spitznamen in der Öffentlichkeit aufgetreten ist, seit einigen Wochen Blogs und Medien abmahnt, die diesen Spitznamen nun nutzen. Ehrlich gesagt finde ich dieses Verhalten zumal für eine Kiez-Größe ziemlich unsouverän und etepete. Aber man hört, dass er Geld braucht, was dieses Verhalten zumindest erklärt. Von mir soll er nichts bekommen, wobei ich auch nicht glaube, dass er Unterlassungsansprüche überhaupt im Ausland geltend machen kann. Aber es bringt ja auch nichts, hier stur auf seinem vermeintlichen Recht zu beharren. So wichtig ist der Typ nun auch nicht.


geht doch…

Mittwoch 11. April 2007

Ha! Ich wollte schon rumjaulen, dass mein Leben wie ein Spiel gegen den FC Bayern ist – man macht 85 Minuten lang alles richtig, führt vielleicht sogar 1:0, und verliert am Ende trotzdem.

Momentan bin ich dann wohl aber ManU – das Handy funktioniert wieder. Ein paar Stunden Reanimation auf der Heizung, und das Ding ist fast wie neu. Alle Nummern&Namengibts wieder, ich kann sprechen und hören. Ok, das Display sieht irgendwie verwaschen aus und der Fotoapparat hat die Buntwäsche bei 40 Grad (ohne Weichspüler) nicht überlebt. Aber was schon ein Gegentor, wenn man am Ende freudestrahlender Gewinner ist 🙂

Morgen gehts los.

Bin jetzt offline.

Bis Dubai.


war ja klar.

Montag 9. April 2007

Irgendetwas musste ja noch schief gehen. Das letzte Mal in Deutschland eine Waschmaschine benutzt und dabei mein Handy mitgewaschen. Aaaaargh! Das Ding scheint jetzt mausetot, und damit auch alle Telefonnummern, die dort gespeichert waren. Tja, vermutlich werde ich viele, viele Freunde nie wieder anrufen.


Frohe Ostern

Montag 9. April 2007

So, Koffer sind gepackt, die Wohnung fast leer geräumt (komischerweise wollte niemand den Karton voller Wodka und anderer Spirituosen haben. Trauen sich alle nicht, was?), Telefon ist abgestellt und der Router gut verpackt – das waren richtig entspannte Ostertage.

Mein dörfliches Osterfeuer war leider schon praktisch runtergebrannt als wir ankamen, aber die spektakuläreren Bilder kommen – mal wieder – aus Dubai, wo ein paar pyromanisch veranlagte Westeuropäer Holzkisten in der Wüste abgefackelt haben:

feuer_2.jpg

Schööön, oder?