Mr. Bigg

Donnerstag 31. Mai 2007

Da ich Doping-Kirsten ja fast keinen Wunsch abschlagen kann, gibt es hier also doch ein Foto von Mr. Bigg. Aber nicht so groß – Strafe muss sein.

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Glamour, Party und Miss World

Donnerstag 31. Mai 2007

Am Mittwoch gings wieder Mal nach Abu Dhabi in Emirates Palace. Diesmal waren wir zur Preisverleihung der World Travel Awards eingeladen. Da der Dresscode „strictly black tie“ für Männer und „langes Abendkleid“ für Frauen vorschrieb, haben wir uns entsprechende Verkleidung besorgt. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen:

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Pünktlich um 18 Uhr war dann Einlass in der Halle vor dem Ballroom. Ein paar Gläschen Champagner schlürfen, ein bisschen Smalltalk am Stehtisch und ab und zu für die Fotografen posieren – das übliche Spielchen halt…

Zufällig habe ich da eine alte Bekannte getroffen. Früher war sie das hässliche Entlein, mittlerweile hat sie sich aber doch ganz ordentlich gemacht, die Tatana 😉wta_missworld.jpg

Fast im Akkord wurden dann rund 80 Preisträger verkündet, auf die Bühne geholt, mit der Trophäe belohnt und wieder verabscheidet. Eine Dame hatte von den drei Preisen nicht genug, sondern wollte sogar noch das Kleid von Moderatorin Jamie-Lynn Sigler (manchen vielleicht bekannt aus den „Sopranos“) mitnehmen.wta_preissegen.jpg

Als Co-Moderator hatte übrigens auch Mr. Bigg (aus „Sex and the City“) einen kleinen Auftritt. Da er aber nicht einmal gelernt hatte, die Namen der Gewinner richtig auszusprechen, wird er zur Strafe hier nicht mit Foto gezeigt.

Frau A. scheint es auch gefallen zu haben: um 23 Uhr waren alle Teller leer und sie mit einem zufriedenen Lächeln. Über Rotwein mit britischen Journalisten sowie ein paar Gin Tonic nachts im Pool schreibe ich hier mal nichts.

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Kurz: sehr gelungener Abend!


Zensur!

Samstag 26. Mai 2007

Auch wenn es mir schwerfällt, habe ich mich mittlerweile an die mäßige Qualität der hiesigen Tageszeitungen gewöhnt. Stilistisch nicht immer das Gelbe vom Ei und inhaltlich sehr, sagen wir, brav. Das liegt aber auch daran, dass hier immer noch eine Art Zensur betrieben wird. Laut Gesetz müssen alle Printprodukte vor Veröffentlichung durch eine staatliche Stelle freigegeben werden. Und im vorauseilendem Gehorsam verzichtet man deshalb auf allzustarke Kritik an bestimmten Personen und Zuständen.
Natürlich sind auch nackte Tatsachen nicht gerne gesehen hier, was ich am Zeitungskiosk sogar als sehr angenehm empfinde. Eigentlich bemerkt man die Zensur auch nicht wirklich. Heute morgen beim Arzt im Wartezimmer ist sie mir dann doch das erste Mal ins Auge gesprungen, als durch den (fast) aktuellen Spiegel blätterte. Eine Seite sah nämlich so aus:

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Nachtrag: Intererssant ist der Vergleich mit einem unzensierten Spiegel, den mir jemand mitgebracht hat (Schmuggelware?). Dort, wo der untere schwarze Balken Krakel angebracht ist, befindet sich überhaupt nichts anstößiges. Romy Schneider hälte ihre Brustwarze brav mit ihrer Hand vor den Zensoren versteckt.


Frau am Steuer

Samstag 26. Mai 2007

Die Wahl des Verkehrlieblings der Woche fällt diesmal auf die Person, die heute Vormittag mit ca. 70 km/h und eingeschalteter Warnblinkanlage auf der ganz linken von vier fast leeren Spuren in einem großen Geländewagen auf der vierspurigen Business Bay Bridge dahinschlich. Da ich den Wagen zwangsweise rechts überholen musste, wagte ich einen Blick herüber. Selbst durch die stark vedunkelten Seitenscheiben des Wagens war noch eine junge Frau mit Handy am Ohr zu erkennen, die sich angeregt unterhielt.

Zum Glück trete ich den gutausgebildeten westeuropäischen Autofahrerinnen nicht zu nahe, wenn ich feststelle, dass solches Verhalten hier kein Einzelfall ist. (Einheimische) Frau am Steuer bedeutet hier erhöhte Vorsicht. Anke hat treffend bemerkt, dass die Mädels hier fahren würden, als verstünden sie garnicht, was um sie herum passiert. Blinker, herannahende Autos auf anderen Spuren, Gegenverkehr, Fußgänger am Straßenrand – betrifft mich nicht.


Wochenende

Sonntag 20. Mai 2007

Freitag und Samstag haben wir uns eine Auszeit in einem schicken Hotel in Abu Dhabi gegönnt. Den ersten Hochzeitstag will man ja schließlich nicht irgendwo verbringen. Sonnen, Pool, Essen, Schlafen, Trinken, Pool, Essen, Sonnen – so lässt es sich aushalten. Ein bisschen was von der Stadt haben wir auch gesehen, weil Mohamed (unsere richtige Bekanntschaft mit einem Emirati) ein bisschen Cruising gemacht hat. Mir persönlich gefällt Abu Dhabi besser als Dubai – die Stadt sieht erwachsener aus, es gibt Fußwege und alles ist viel kompakter, man muss also nicht eine Stunde fahren, um von der Mall an einem Stadtende zur Mall am anderen Stadtende zu gelangen. Auch zum Autofahren ist Abu Dhabi angenehmer, weil es hier mehr Ampeln und weniger von diesen schrecklichen Kreiseln gibt. Umhalb eins Nachts sind wird dann zu dritt noch durch das Emirates Palace geschlendert – genau, dieses Hotel mit den goldenen Decken und einer gigantisch großen Lobby.

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Wenn man dort Händewaschen geht, muss man nicht einmal selber den Wasserhahn aufdrehen, selbst dafür steht Personal bereit.

Das Kontrasprgramm war dann Sharjah, wo wir am Samstagabend noch hinmussten. Für 20 Kilometer haben wir eine Stunde gebraucht, weil sich der Verkehr hier an jedem Kreisel in jeder Richtung staut – und fast jede größere Straßenkreuzung mit einem Kreisel verschönert ist. Dafür hat man bei den Richtungsschildern gespart und der ortsfremde Autofahrer erfährt nicht so wirklich, wohin welche Straße eigentlich führt. Aaaaaaarghhhh! Natürlich haben wir die Sportschau verpasst, was aber nicht schlimm war, weil sogar in Radio Dubai 92.0 berichtet wurde, wer die Schale bekommen hat. So ganz Experten waren die aber nicht, weil es dort hieß, Schalke hätte erst am letzten Spieltag die Meisterschaft doch noch verloren. Das wissen die Dortmunder aber besser.


Wunschkennzeichen

Sonntag 13. Mai 2007

Weil es gerade um Autos ging…

Vorgestern wurde in Abu Dhabi das Nummernschilder mit der Nummer „5“ versteigert. Eine ziemlich exklusive Sache, weil einstellige Nummernschilder eigentlich nur den wirklich wichtigen Herrschern vorbehalten sind.

Ein Geschäftsmann hat sich die 5 für 25 Millionen Dirham, umgerechnet etwa 5,5 Mio Euro geschnappt. Angeblich der höchste Preis, der weltweit jemals für ein Kennzeichen gezahlt wurde. Ich werde diese hohe Summe allerding nicht verrückt oder krank nennen, weil die Einnahmen aus der Auktion für einen guten Zweck verwendet werden: für Unfallopfer.

Die ganze Story steht hier.


Fahrstunde

Sonntag 13. Mai 2007

So, Kirsten hat mir nun ein Stöckchen zugeworfen. Für alle nicht- und neu-Blogger: das ist ein Fragebogen zu einem Thema, den man tunlichst möglichst originell und multimedial beantwortet. Erinnert mich irgendwie an Poesiealben. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich ich brennend für Autos interessiere, deswegen habe ich mir hier mal sozusagen eine Fahrstunde Zeit genommen, um die Fragen zu beantworten. Bloggt noch jemand aus meinem Freundeskreis, will jemand Stöckchen?

1.) Deine Lieblingsautomarke?
Derzeit der Hummer H3, vielen in der militärischen Version bekannt aus der Tagesschau. Ich halte solche Straßenmonster zwar für den größten Schwachsinn, aber in so einem Auto würde mir hier in Dubai garantiert keiner mehr frech kommen und mir die Vorfahrt nehmen. Der Benzinverbrauch ist mir hier bekanntlich auch egal.

2.) Dein Lieblingsmodell?

Als ich noch jung war und kein Geld hatte, bin ich immer mit einem weißen Golf I, Baujahr 1982 über die Straßen geschlichen. Würde ich mir heute nicht mehr kaufen, but you never forget your first car.

3.) Das wichtigste an einem Auto ist, …

Da bin ich ganz pragmatisch: Lenkrad, funktionierende Bremsen. Und immer Frostschutz in Wischwasser. Musste jahrelang zwischen Hamburg und Lüneburg pendeln. Wenn im Winter das Wischwasser einfror, war ruckzuck die Frontscheibe praktisch unbrauchbar. Ich musste mich dann an den Rücklichtern der LKW orientieren. Einmal habe ich bei 100 kmh und Minusgraden sogar den Kopf aus dem Seitenfenster gestreckt, um überhaupt noch was zu sehen.
Zusätzlich in Dubai: Klimaanlage.

4.) Das unwichtigste an einem Auto ist, …

Glänzender Lack, aufgeräumte Sitzbank, Handbremse

5.) Deine Lieblingsstraßenart?

Finnische Landstraßen, da weiß man nie was als nächstes kommt: Hügel rrrrrrrrrauf, Hügel rrrrrrunter, Kurve, Hügel rrrrrrrrauf, Kurve, Hügel rrrrrrrrunter. Am Straßenrand ab und zu ein Elch.

6.) Wann fährst Du am liebsten?

Bei Sonnenauf- oder -untergang auf einer gut ausgebauten autofreien Landstraße entlang einer schönen Küstenlandschaft mit guter Musik.

7.) Wie fährst Du Dein Auto?

Eigentlich: gelassen. Seit Chile/Argentinien, vor allem aber in Dubai lerne ich langsam den arab style.

8.) Was ist Deine Autofahrerhymne?

Wenn die Bedingungen unter 6) gegeben sind: „Samba pa ti“ von Santana.

9.) Was sollte ein Beifahrer Dir niemals sagen?

„Huuaaaaargghhh“ – wer ins Auto kotzt, der kauft es.

10.) Was war das beste Auto, dass Du jemals selbst gefahren bist?

Ich ignoriere mal die eigenwillige Grammatik in der Frage:

In Sachen Robustheit geht nichts über meinen Golf I, der kam sogar fast ohne Öl im Motor aus und hat mich trotzdem fast immer fast überall hingebracht. Damals waren Autos noch ein Gegenstand, den man auch so richtig benutzen konnte.

11.) Was war die längste Strecke, die Du je selbst gefahren bist?

Von Hamburg nach Süd-Mittelfrankreich (bzw. nördliches Südfrankreich) in einem Rutsch ohne Mitfahrer. Morgens um 9 Uhr los, ein Abstecher zur Uni Lüneburg, mehrere Tankstops, vergebliche Bankfilialensuche in Frankfurt und Geldwechsel an der französischen Grenze. Gegen 23 Uhr habe ich dann beschlossen, doch im Hotel abzusteigen, nachdem ich den einen oder anderen Laster vor mir wegen Müdigkeit nicht mehr richtig erkannt habe.

12.) Mit wem würdest Du gerne mal in was für einem Auto wohin fahren?

Bin ich schon.

13.) Welche Autosendung ist die beste Autosendung aller Zeiten?

Autosendung?

14.) Hybrid oder Brennstoffzelle?

Brennstoffzelle.

15.) Schon mal Sex im Auto gehabt?

Ja. Ich werde hier aber nicht erzählen, wie oft, mit wem und wie es war.

16.) Was ist die beste Art das Auto noch zu verwenden, wenn man vom Fahren absieht?

Als Schlafwagen. Unvergessen ist der Sommer ’92, als Björn F. und ich zwei Nächte lang in seinem alten VW Polo, der aus mir unbegreiflichen Gründen Walter Müller hieß, übernachtet haben. Direkt vor dem Pickenpack im Schanzenviertel, wo an drei aufeinanderfolgenden Tagen erst seine, dann meine und dann noch die Abi-Feier eines dritten Gymnasiums stattfanden. Es wareng, es war laut, es war dreckig – aber hey, wir waren jung 🙂