Kleine Nachtmusik im Gästezimmer

Dienstag 31. Juli 2007

Nichts los mit mir heute.

Kein Fakten recherchiert, keine Zeile geschrieben.

Selbst der Kaffee bringt mich nicht wieder aufs Bein.

Warum? Um mir das Leben „auf Krücke“ etwas zu erleichtern, bin ich in das Gästezimmer im Erdgeschoss gezogen. Mit dem Treppensteigen habe ich ja noch so meine Probleme.

In diesem kleiner, stickigen Zimmer hat sich dummerweise eine Grille eingenistet, die gestern ihre Musik gemacht hat. Ich mag die Tiere ja wirklich sehr gerne, ABER NICHT HINTER DEM SCHRANK WENN ICH SCHLAFEN WILL! Ohropax hatte ich keines zur Hand. Kaum war das Viech irgendwann gegen halb drei still (und ich dachte noch: „Ein Glück, dass wenigstens die Flugzeuge heute Nacht woanders starten“), donnerte auch schon der erste Flieger übers Dach. Durchs vorhanglose Fenster konnte ich ihn sogar gegen den Vollmond sehen, der natürlich auch genau auf mein Bett strahlt.

Wenigstens hat der Pfau auf dem Nachbargrundstück diesmal seinen Schnabel gehalten.

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No more lonely nights…

Montag 30. Juli 2007

Was man nicht so alles im Internet findet, wenn man zuviel Zeit hat:

In Japan gibt es ein spezielles Kissen für Single-Frauen, das den fehlenden Freund zum Ankuscheln (hoffentlich nur ansatzweise) ersetzt.

Sogar BBC berichtet schon über diese praktische Bettgeschichte, die es derzeit aber nur in Japan zu kaufen gibt. Also Mädels, ran an die Nähmaschinen.


Ebay-Song….

Sonntag 29. Juli 2007

Habe ich irgendwo gefunden und ist zu schön um es für mich zu behalten.

http://www.youtube.com/watch?v=jCIp7eo4MvY


Fußball

Sonntag 29. Juli 2007

Während sich Fußball-Deutschland im Warten auf den Bundesliga-Start die Fingernägel abknabbert, vertreibe ich mir hier die Zeit mit hochspannenden Meisterschaften. Im Finale um den Asia Cup hat der Irak soeben Saudia Arabien mit 1:0 besiegt. Hochdramatisch bis in die 2. Nachspielminute! Auch Dank des emotional dahinschreienden Kommentators, von dem ich natürlich kein einziges Wort verstanden habe.

Schon gestern im Spiel um den dritten Platz musste
Südkorea gegen Japan im Elfmeterschießen sechs Mal den Ausgleich hinnehmen, bevor der Torwart den Schuss des 7. Japaner mit einer Faust weghauen konnte. So bringt Fußball Spaß!


„Auf Krücke“

Samstag 28. Juli 2007

Wer Neues, Schräges, Lustiges oder Trauriges über Dubai erfahren möchte, wird in den kommenden Wochen in diesem Blog wahrscheinlich enttäuscht werden. Seit ich „auf Krücke“ bin, ist mein Aktionsradius doch erheblich eingeschränkt, weswegen ich weder über Abenteuer, Menschen  oder Stadtleben schreiben kann. Im Wohnzimmer passiert doch recht wenig. Das Bein ist soweit ok, nur noch immer in einem ganzbeinigen Gips eingepackt, der wohl noch ein paar Tage dran bleiben muss, bis ein Spezialschuh aus Deutschland eingetroffen ist, der wenigstens mein Knie freilässt. Krücken brauche ich aber trotzdem noch die nächsten 6 Wochen.
Ich muss zum Glück auch nicht mehr jeden Tag zum Arzt, was bedeutet, dass ich mir an diesen Tagen die Thrombose-Spritze selber geben muss. Gestern  haben Frau A. und ich nach vier  Fehlversuchen aufgegeben und sind doch zum Arzt gefahren. Heute hat mir ein netter Krankenpfleger das Procedere noch mal mit einem breiten Lächeln im Gesicht vorgeführt. Morgen pieke ich mir dann mal selber in den Bauch.

Brrrr….


Alle wollen den Burj sehen

Mittwoch 25. Juli 2007

Hmmm. In den letzten Tagen hatte ich mehrfach Besucher-Rekorde auf diesem Blog. Es hat mich gefreut, soviel Interesse für meine derzeitige Zong-Situation zu spüren – bis ich in die Statistik blickte. Allein mehr als 40 Besucher waren über die Suchbegriffe „Burj Dubai“ und „burj dubai“ hier gelandet, bloß weil der halbfertige Turm nun endgültig der höchste der Welt ist. Hier hat man sich an den Anblick längst gewöhnt.

Wäre ich besser vorbereitet gewesen, hätte ich ein Foto hochgeladen, dass ich vor knapp drei Wochen gemacht habe und den Turm in seiner vollen Höhe zeigt. Leider funktioniert mein Photoshop nicht und ich kann das Bild nicht auf eine vernünftige Größe runterrechnen. Aber das gekippte Foto in der Kopfzeile zeigt den Burj ebenfalls kurz vorm Rekord.

Ältere Fotos vom Burj Dubai gibt es hier und hier.


Zong 3

Montag 23. Juli 2007

Es ist Tag 2 nach meiner Operation. Das bisherige Geschehen in der Zusammenfassung: Frau A. hatte mich einige Tage nach dem „Zong“ davon überzeugt, noch einen zweiten Arzt aufzusuchen. Weil meine Probleme nicht besser wurden und ihr Bauchgefühl Zweifel an der Diagnose des ersten Doktors zeigte. Diesmal fiel meine Wahl auf einen deutschen Arzt. Der musste auch nicht sehr lange rumdiagnostizieren („Stellen Sie sich mal auf die linken Zehenspitzen“ – „Geht nicht“ – „Dann ist die Sache ziemlich klar“), und schickte mich in das International Modern Hospital, wo ein deutscher Chirurg das Dilemma bestätigte.

Am übernächsten Tag (Samstag) kam ich dann unters Messer. Die OP ist soweit gut gelaufen, nur ist das linke Bein natürlich noch komplett zugeschient/gegipst und einbandagiert. Jede falsche Bewegung könnte einen neuen „Zong“ nach sich ziehen.

Wenn man „meine“ Junior Suite 309 betritt (es ist kein staatliches Krankenhaus), dann gelangt man zunächst in einen großen Vorraum, in dem nur eine große Ledercouchgarnitur und ein Fernseher stehen. Ein Besucherzimmer fast wie im Hotel. Dahinter ist erst das Krankenzimmer, welches ich natürlich allein bewohne. Bett, Schrank, Waschbecken und Fernseher an der Wand, dazu ein Blick auf den äußersten Zipfel der Dubai Skyline. Über das Badezimmer schweige ich mich lieber aus, denn von der Größe und Ausstattung her erfüllt es höchstens Jugendherbergsstandard, mit seinen Absätzen und dem kleinen wackeligen Klo (keine Handgriffe an der Seite) ist es für Patienten wie mich eigentlich indiskutabel. Egal. Ich bin mit meinen Krücken jetzt praktisch auf drei Beinen unterwegs und habe auch schon die ersten Ausflüge auf den Flur gemacht.

Denn das Fernsehprogramm alleine reißt hier nun wirklich nicht vom Hocker. Gestern habe ich aus Schlaflosigkeit bis in die Puppen geglotzt und konnte mich an solch schönen Dingen wie Lassie und Karate-Tango erfreuen. Bei Letzterem sprang ein Pärchen in knallroten Kampfanzügen auf einer Bühne herum und vollführte Schritte, Tritte, Sprünge und Schläge zu Tango-Musik vom Band. Mehr hatte das mit südamerikanischen Rhythmen leider nicht zu tun, die hätten genauso zu jeder anderer Musikrichtung springen können. Ich denke, Taekwondo Twist oder Rock’n’Judo hätten da mehr Chancen auf internationalen Erfolg.

Zurück zum Thema: das Essen hier ist zwar nicht superklasse, aber für ein Krankenhaus sehr gut: Ich kann mir mein Frühstück, Mittag und Dinner für den nächsten Tag selber auf einer Liste zusammenkreuzen und auch die Uhrzeit selbst bestimmen. Das ist doch mal was.

Das Personal ist sehr freundlich
und auch kompetent, soweit ich das beurteilen kann. Die Pflegerinnen und Pfleger kommen zumeist von den Philipinen und aus dem Libanon und haben selbst dann noch ein Grinsen übrig, wenn ich versuche, albern zu sein („Wie geht es Ihnen heute“ – „Ein bisschen erschöpft, komme gerade vom Joggen“).

Trotzdem hoffe ich, in drei Tagen wieder nach Hause gehen humpeln zu können.