Die Welt ist nicht genug…

Sonntag 20. Januar 2008

Dubai ist bekanntlich die Stadt der Superlative. Die Palm Jumeirah, die riesige künstliche Insel in Form einer Dattelpalme, war bekanntlich der Anfang. Derzeit im Bau sind zwei weitere, größere Palmen (Palm Jebel Ali und Palm Deira) und das Projekt The World, mit dem aus vielen kleinen Inseln die Weltkarte nachgeformt wird.

Nun, die Welt ist nicht genug. Heute hat die Investmentgesellschaft Nakheel ein weiteres Großprojekt im Wasser verkündet: The Universe. Das Projekt soll mindestens 15 Jahr in Anspruch nehmen und Sonne, Planeten und eine Galaxie vor Dubais Küste formen.

Eine erste Illustration gibt es hier. Ein Pressetext mit weiteren Infos findet sich hier. Ich bin erstmal baff und weiß nicht, ob ich das genial, verrückt oder durchgedreht finden soll.


Radfahren in Dubai

Sonntag 20. Januar 2008

Vor einiger Zeit wurde dieses Blog über die Suchbegriffe „Verkehrsregeln für Fahrräder in Dubai“ gefunden. Da Frau A. und ich mittlerweile zu den radelnden Bewohnern dieser aufstrebenden Wüstenstadt gehören, und wir nicht die einzigen sind, will ich mal einen kleinen Überblick über das Verhalten zweirädriger Großstädter in Dubai geben.

Um die Frage nach den Verkehrsregeln kurz zu beantworten:

Es gibt keine.

Radwege zum Beispiel sind hier nicht vorhanden. Zumindest habe ich noch nie welche gesehen. Da es zumindest in unserem Stadtteil eigentlich auch keine Fußwege gibt, die ihren Namen verdienen, denn wenn man abseits der Straße unterwegs ist, geht man entweder auf Sand oder klettert über gepflasterte Streifen vor den Grundstücken, die an der Einfahrt riesige Bordsteine haben, bleibt einem nur die Straße übrig.

In unserem Stadtteil kann man in den Seitenstraßen noch relativ ungefährdet umherfahren. Relativ, weil man jederzeit auf Autos achten muss, die von irgendeiner Seite aus einer Straße, Einfahrt oder sonstwo kommen könnten. Man sollte nicht darauf vertrauen, dass bloß weil man als Radfahrer von rechts kommt oder auf der Vorfahrtstraße unterwegs ist, auch seine Vorfahrt bekommt. Unter den Locals scheint Radfahren nicht besonders verbreitet zu sein, weshalb man im Vergleich mit den 4×4-Monstern,  Bussen, Lastern und Kleinwagen auf der untersten Stufe der Vorfahrts-Hierachie steht. Unter einem sind vielleicht noch die Fußgänger, aber das hängt wiederum davon ab, wer auf dem Rad sitzt und wer vor einem geht (für Frau A. beispielsweise wollte neulich eine Gruppe von Arbeitern partout nicht Platz machen). An Zebrastreifen gilt eine ähnliche Rangordnung: einer von schätzungsweise 40 Fahrern hält an, wenn ein Radler oder Fußgänger die Straße überqueren wollen.

Wo keine Radwege sind, gibt es auch keine Hinweisschilder für Radfahrer, wo sie langfahren dürfen und wo nicht (einzige Ausnahme: an der Einfahrt zum Einkaufszentrum Uptown Mirdif, wohin ich gelegentlich zum Supermarkt radle, steht ein Verbotsschild für Räder und andere Vehikel, an das sich aber niemand, also kleine Kinder, Skater, erwachsene Radfahrer (inklusive mir), hält und dessen Einhaltung auch niemand kontrolliert. Immerhin, und das ist Seltenheit Nummer zwei, steht dort ein Fahrradständer direkt am Anfang des Zentrums.

Aber bloß weil es keine Radwege oder Regeln gibt, heißt es noch lange nicht, dass in Dubai keine Radfahrer unterwegs  wären. Man sieht sie meistens nur ganz kurz, und zwar dann, wenn sie einem auf dem Standstreifen entgegenkommen (!) während man auf der Schnellstraße unterwegs ist. Gelegentlich muss man auch für sie abbremsen, wenn man das Gefühl hat, sie könnten es nicht rechtzeitig schaffen, über die zwei- bis sechsspurige Fahrbahn zu kommen, über die sie ihre Räder mangels Brücken oder Unterführungen schieben müssen, um von einem Stadtteil in den anderen zu kommen.

Immer sind es Männer, die auf den Rädern unterwegs sind und immer sehen diese Geräte aus, als würden sie es nicht mehr lange machen. Leuchten habe ich an diesen Fahrrädern bisher noch nie gesehen – als Frau A. neulich mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist, waren einige Kollegen mächtig beeindruckt von ihrem Akku-betriebenen, abnehmbaren Halogenlicht. Selbst eine dynamobetriebene Glühbirne wäre mehr gewesen, als übliche Fahrräder zu bieten haben. Das zweite Aha gab es übrigens, als Frau A. ihr Fahrradschloss hervorholte -, was besonders dann gefährlich wird, wenn es dunkel ist. Richtig: dann fährt man in seinem Auto die Straße (in unserem Stadtteil gibt es fast nirgends Straßenlaternen) entlang und entgegen kommt einem ein unbeleuchtetes Rad mit einem dunkelhäutigen Fahrer (und das hat nichts rassistisches an sich – die meisten Radler sind vom indischen Subkontinent oder angrenzenden Staaten).  Schöne Überraschung.

Doch natürlich ist in Dubai nicht alle Hoffnung für Radler verloren. Denn in anderen Stadtteilen kann man entlang von Promenaden fahren oder auf ruhigen Nebenstraßen oder in Parks. Es gibt auch ein paar westliche Luxus-Rennradler, die immer samstags auf entlegenen Landstraße das Tier in sich rauslassen. Und BMX-Biker habe ich auch schon gesehen.

Ein Teil dieser Fahrräder wurde wohl in Wolfis Bike-Shop gekauft, ein Laden an der Sheikh Zayed Road, der vor eineigen Jahren von einem Schweizer Rad-Enthusiasten aufgemacht wurde. In einem Interview hat er gesagt, dass seine Verkäufe jedes Jahr mehrstellig wachsen. Es kann also nur aufwärts gehen für die Zweiradler.

Denn aus der Zeitung weiß ich auch, dass irgendwann sogar einige Radwege gebaut werden sollen, in den strandnahen Stadtteilen Jumeirah 1-3. Aber bis ich sie nicht selbst gesehen habe, bleibe ich zurückhaltend.


Bitter ist…

Donnerstag 17. Januar 2008

… wenn ausgerechnet ein Astrologie-Magazin wegen „unvorhersehbarer Umstände“ sein Erscheinen einstellt.


Paradies für Pfützenhüpfer

Dienstag 15. Januar 2008

An geschätzten 360 Tagen im Jahr ist Dubai knochentrocken. Deswegen lohnt es sich auch nicht, entlang der Straßen Gullys und Kanalisationen von norddeutschen Ausmaßen zu bauen. Das ist schon ok.

Die restlichen fünf Tage im Jahr sieht es dafür eben so aus:

regen_05.jpg

regen_03.jpg

regen_06.jpg

regen_07.jpg

regen_01.jpg

regen_02.jpg

regen_04.jpg


HSV ist Meister – zumindest in Dubai

Sonntag 13. Januar 2008

Ja, es war ein erfolgreicher Tag für die HSV-Mannen im Al Nasr-Stadion im Herzen Dubais. Mit 4:0 wurde das Team China weggeputzt. Die armen Asiaten schlichen etwas betrübt vom Platz.

Details zum Spielgeschehen kann man hier und hier nachlesen. Genauso spannend war, dass Frau A. und ich zusammen mit anderen Freunden die Spiele diesmal von der überdachten Tribüne und teilweise von den VIP-Plätzen aus gesehen haben.

Wie man das macht?

Ganz einfach: Man geht einfach am Stadioneingang an den Ordnern vorbei und grüßt freundlich. Das Turnier war so schwach besucht, dass angeblich die Anweisung gegeben wurde, keine Karten mehr zu verkaufen, sondern einfach jeden reinzulassen. Ob’s stimmt, kann ich nicht beurteilen. Bei der Taschenkontrolle rechnete ich eigentlich damit, wegen des Teleobjektivs Probleme zu bekommen. Ich stelle die Tasche also auf den Boden, grüße freundlich und hebe die Arme zum Abgetastet werden. Der Kontrolletti nickt nur, rührt keinen Finger, schaut auf die Tasche und fragt: „Camera?“ Ich nur: „Yes.“ Er nur: „Ok.“ Und das war’s dann. Nichts öffnen, nichts diskutieren.


Was soll ich dazu sagen.hsv_07.jpg

Dis Sitze im so genannten Grand Stand sind etwas bequemer, haben sogar eine Rückenlehne. Und auf dieser Seite des Stadions gibt es immerhin einen (!) Stand mit Kaffee und Sandwiches , wenn man keine in Müllbeuteln und Plastikeimern verstauten Chipstüten und Colabecher beim fliegenden Händler kaufen möchte.

Der Torsegen machte das Spiel außerdem schön kurzweilig.

hsv_06.jpg

Hier zum Beispiel zappelt der Ball nach einem Freistoß von Rafaeldino zum ersten Mal im Netz.

Und hier greift der Torwart zum zweiten Mal dem Ball hinterher:

hsv_09.jpg

Ein paar Reihen weiter hinter unseren Plätzen schauten die verletzten HSVler dem Treiben recht gleichmütig zu (auf dem Bild ganz unten).

hsv_05.jpg

Nur an der Anzeigetafel sollten ein HSV-Imagebeautragter und englischer Muttersprachler noch einmal die Schreibweisen überprüfen.

hsv_10.jpg

Nach dem Sieg ging es mit Chuzpe weiter.

In der Halbzeitpause der zweiten Begegnung sind wir zu viert selbstbewusst auf den Eingang zum VIP-Bereich zugegangen, der hinter einer Tür direkt am Haupteingang liegt. Die Tür war offen, der Aufpasser zu schüchtern, uns nach unseren Ausweisen zu fragen. Schwupps, standen wir zwischen wichtigen Locals, HSV-Spielern, Managern und andern VIPs. Ja, man konnte sich ganz unverkrampft mit den Profis unterhalten und auch ein Fan-Foto machen (Nur Herr A. nicht, dem war es etwas peinlich, sich zwischen Huub Stevens und Dietmar Beiersdorfer zu stellen) . So familiär ist das in Dubai.

Bei Verletzungen während des Spiels wird übrigens High-Tech mit Blaulicht eingesetzt, um schnell Hilfe zu den Spielern zu bringen:

hsv_11.jpg

Da im zweiten Spiel (dessen zweite Halbzeit wir im VIP-Bereich aus der 3. Reihe verfolgten) das UAE-Team nicht noch ungefähr acht Tore schoss, die es benötigt hätte, um das Turnier zu gewinnen, wurde der HSV halt mal wieder Meister.

hsv_12.jpg


Danke, Mr. President

Sonntag 13. Januar 2008

US-Präsident George W. Bush bereist derzeit den Nahen Osten und kommt morgen zum ersten Mal in seiner Amtszeit nach Dubai. Der Termin steht schon länger fest, seit einigen Tagen werden auch Behörden und Unternehmen darüber informiert, dass wegen des hohen Besuchs Teile wichtiger Straßen wie die Sheikh Zayed Road, die Jumeira Beach Road und die Al Wasl von 6 bis 18 Uhr gesperrt werden.

Soweit, so normal.

Heute steht in der Zeitung, dass morgen zum freien Tag für den öffentlichen und privaten Sektor erklärt wurde. Damit soll offensichtlich das drohende Verkehrschaos verhindert werden.

Wow!!!
Das nenne ich geschmeidig.

Mein zweiter Gedanke gilt all den Bewohnern, Touristen und Geschäftsreisenden, die nichts von Sperrung und Ferien wissen, und morgen irgendwie rechtzeitig zu Terminen, ins Hotel oder zum Flughafen müssen. Oder vor verschlossenen Bürotüren stehen.

Am Dienstag kommt übrigens Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach Dubai. Ob da auch…?

Updates und Fotos vom HSV-Triumph und dem derzeitigen Regenwetter kommen später.


Ole, ole, ole, oleeee…!

Freitag 11. Januar 2008

Wenn man sechs Flugstunden von der Heimat entfernt ist, freut man sich über jede Möglichkeit des Hamburger-Seins. So auch gestern beim „Dubai Challenge Cup“, wo der HSV gegen das Team von Vasco da Gama, Brasilien antrat. Letztes Jahr hatte der HSV sich diesen Cup gesichert und durfte diesmal das Eröffnungsspiel bestreiten. Den genauen Spielverlauf können Interessierte hier und hier und auch hier nachlesen – ich beschränke mich darauf, dass der HSV 2:1 gewonnen hat, aber dafür auch alle drei Tore schoss… hihi.

Den Rest des Beitrags lesen »