Black Points

Freitag 29. Februar 2008

Mein Lieblingsthema: der Straßenverkehr. Diesmal aber was Gutes, denn ab morgen tritt ein neues Strafpunkte-System für Verkehrssünder in Kraft. Es funktioniert ähnlich wie das Flensburger-Modell, also für jede Sünde muss man zahlen und sammelt Punkte, so genannte „Black Points“. Hat man 24 „Black Points“ zusammen, gibt es Fahrverbote und irgendwann sogar Nachschulungen.

Wenig überraschend, dass ein Blick in die Liste einige Unterschiede in der Bewertung von Verkehrssünden zeigt.

Während das Fahren mit Alkohol oder Drogen im Blut unabhängig von der Menge (also auch ein Schluck Hustensaft oder das legendäre Gläschen Wein) sofort zu 24 Punkten führt, bekommt man für die Tötung von Menschen „nur“ 12 Punkte.
Überschreitet man das Tempolimit um weniger als 50 Km/h, bleibt es bei einer Geldstrafe von höchstens ca. 150 Euro (was für die Raser in den dicken Autos vermutlich ein Witz ist). Erst ab 50 Kilometern zuviel kommen auch Punkte dazu.

Über die Ahndung der insgesamt 147 Punkte kann man sicherlich diskutieren, aber ich freue mich, dass zumindest mal ein Anfang gemacht wird. Nun kann man nur noch hoffen, dass die Einhaltung der Regeln auch kontrolliert wird. Und dass bei niemandem wegen seiner Nationalität oder seines Nachnamens großzügig weggeschaut wird.


Grrrrrr!

Mittwoch 27. Februar 2008

Was für ein Tag. War heute auf einer Luftfahrt-Konferenz in Abu Dhabi. Bin um 7 Uhr losgefahren und um 8.30 Uhr – hatte ich Dubai noch nicht einmal verlassen, weil ich immer noch auf der Emirates Road vor dem Arabian Ranches Roundabout im Stau stand. Grrrrrr!


Dubai hat gewählt: Grün gewinnt

Montag 25. Februar 2008

Der Hamburger Stammtisch ist heute ausnahmsweise nicht in einer schnieken Hotelbar zusammengekommen, sondern aus gegebenem Anlass in einem Privathaus mit lecker Essen und Satelliten-TV. Während im Fernsehzimmer die ersten Hochrechnungen über den Bildschirm scrollten, waren die Stimmen des Wahlbezirks Hamburg-Dubai schnell ausgezählt.

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Das Schöne daran: hier gäbe es keine komplizierten Koalitionsverhandlungen. Ginge es nach uns, könnte Christa Goetsch entspannte Koalitionsgespräche mit der SPD oder der CDU führen. Denn von den 17 abgegebenen Stimmen entfielen 6 auf Bündnis 90/Die Grünen, was satten 35,2 Prozent entspricht. CDU und SPD könnten sich mit je fünf Stimmen (29,4 %) um Koalitions- und Oppositionsbank streiten, während der FDP ein einziges Kreuz reichte, um in den Diaspora-Senat einzuziehen. Extrem links, rechts oder kleinparteilich wurde hier nicht mal im Scherz eine Stimme vergeudet. Sind wir nicht doch die besseren Hamburger?

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Wochenende in Manama

Montag 25. Februar 2008

Man kann über Dubai sagen, was man will, aber ich habe bisher noch keinen einzigen Taxifahrer erlebt, der versucht hätte – über die üblichen kurzen Umwege hinaus – mich zu bescheißen. Das Taximeter wird angestellt, ohne dass man darum betteln muss und ich muss am Ende der Fahrt auch nicht gegen Nachforderungen anfeilschen. Aus Kuwait kenne ich da andere Sitten und auch in Bahrain hatten wir schon anderthalb Bescheiß-Versuche hinter uns, bevor wir überhaupt im Hotel angekommen waren.

Bei der Einreise bekommen Ausländer wie Frau A. und ich ein Visum, welches pro Person 5 Bahrain Dinar (abgekürzt BD, ausgesprochen: „Bii Dii“) kostet. Selbstverständlich hatten wir schon in Dubai Geld getauscht und reichten dem Beamten also einen 20-BD-Schein hin. Als er mir als Rückgeld fünf Einer-Noten und einen bläulichen Schein gab, wurde ich misstrauisch, denn der blaue Lappen hatte als Aufdruck die Zahl „50“ in arabischer Schreibweise (soviel kann ich mittlerweile entziffern). Ich sagte ihm also, dass dies keine 10 BD Rückgeld seien. Er nahm die Scheine wieder zu sich und beeilte sich plötzlich sehr schnell und sehr freundlich, passendes Geld zu finden, fragte seinen Kollegen und zückte schließlich sogar BD aus seinem Portemonnaie. Dies werte ich mal nur als halben Beschissversuch, denn ich hatte dien Schein nicht ganz genau angeschaut und es könnte – theoretisch – auch saudisches Geld gewesen sein, das zumindest in Restaurant auch angenommen und ausgezahlt wird (Beim Blick auf den Wechselkurs bin ich allerdings etwas skeptisch dieser Theorie gegenüber.)

Der Spaß ging mit dem Taxifahrer weiter. Wir saßen drin und sagten, er solle das Taximeter anmachen. Dann kam das Übliche: er hätte keines – wir drohten mit Ausstieg – er wollte unser Ziel wissen – wir nannten das Hotel – er wollte sieben BD – wir sagten viel zuviel, höchstens dreieinhalb (das hatte Wikitravel empfohlen) und öffneten schon die Tür – unter Hilfe des Taxieinweisers vom Flughafen ließ er sich doch davon überzeugen, sein Taximeter einzuschalten. Während der Fahrt moserte der Typ dann tatsächlich rum, dass wir uns so ein teures Hotel leisten würden, aber dann an der Taxifahrt sparen wollten. Vier Stunden hätte er am Flughafen gestanden (es war ungefähr halb elf) und außerdem sei das Leben in Bahrain so teuer geworden und so ein Verhalten habe er ja noch nie erlebt. Ich sagte ihm, dass ich nicht mit ihm darüber diskutiere, wie viel Geld ich für mein Hotel ausgebe, aber sehr wohl darüber, zu hohe Preise zu verlangen. Dafür sind Taximeter da, und wenn ihm die Entgelte nicht passten, könne er sich ja bei der Regierung beschweren. Nach meiner Frage, ob er von einem Bahraini auch 7 BD verlangen würde, kam nur noch Schweigen. Taximeter-Stand am Hotel: 2,4 BD plus einen BD Zuschlg für den Flughafen-Transfer. Dämlicher Idiot!

Freitagmittags ist in Bahrains Hauptstadt Manama natürlich tote Hose: Es ist Wochenende und das große Freitagsgebet steht an. Entsprechend wenig war los bei unserem Innenstadtbummel. Die Sonne schien, aber sauwindig war es. Ohne Pullover und Jacke lägen wir jetzt wohl erkältet im Bett. Einen Schal hätten wir auch gebrauchen können, waren aber – anders als mancher Einheimische –  nicht auf solches Wetter vorbereitet.
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Natürlich kann man an zwei Tagen nicht alles von der Stadt sehen, aber was sofort auffällt, sind die markanten Gebäude in der City. Da wäre etwa das fast fertig gestellte World Trade Center:

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Die beiden spitz zulaufenden Türme sind jeweils 50 Stockwerke bzw 240 Meter hoch. Zwischen den beiden Gebäuden sind drei Windräder mit je 29 Metern Durchmesser installiert, die zwischen elf und 15 Prozent des Energiebedarfs dieser mixed-use-Anlage mit Bürofläche, Shopping-Mall und einem Hotel decken.

Ebenfalls zwei identische Türme, aber andere Formen und Anordnung prägen den Bahrain Financial Harbour:

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Diese Türme sind Teil eines größeren Projekts mit Inseln, Residenzen, Mall, Hotel und so weiter. Im Vergleich zu Word Trade Center kommen diese 53 Stockwerke hohen Türme weniger elegant daher. Sie sollen die Segel ein- und ausfahrender Schiffe symbolisieren, was einerseits zu Bahrains Insellage und uralten Handelsbeziehungen zu den Staaten im Persischen Golf passt, andererseits zu dem Fakt, dass der Fischerhafen direkt in der Nähe ist.

Einen wunderbaren Einblick in die Geschichte und Kultur Bahrains (was soviel heißt wie „zwei Meere“, dem Persischen Golf und das Grundwasser) bietet ein Rundgang durch das Nationalmuseum. Besiedelt wurde die Inselgruppe (33 an der Zahl) schon vor rund 5000 Jahren, viele Hügelgräber sind noch jetzt zu sehen (einige davon im Museum) . Unter dem Namen „Dilmun“ war die Insel ein wichtiger Handelsplatz der Region.

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Besonders der Norden der Hauptinsel ist durch artesische Brunnen und kilometerlange Kanäle sehr wasserreich und wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es noch Viehhaltung, Fischerei und bis in die 1930er Jahre Perlentaucherei, die aber mit dem Aufkommen der Zuchtperlen vor die Hunde ging.

Ein mehrstündiger Bummel durch die (nicht wirklich alte) Altstadt ist so, wie man sich eine arabische Altstadt vorstellt: enge Gassen und dichtgedrängte Häuser in unterschiedlichen Stadien des langsamen Verfalls, wuselige Geschäfte mit Waren der billigen und/oder illegalen Art, keine Parkplätze, hier und da eine Mosche.

Bahrain gilt nicht nur als Partymeile für die über eine 25 Kilometer  lange Brücke mit der Insel verbundenen Saudis. Auch andere Religionen dürfen hier relativ offen existieren, wie etwa die Church of the Sacred Heart (während unseres Bummels leider geschlossen).  Die große Moschee sieht da schon um einiges beeindruckender aus.

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Die zeitgenössische Architektur kommt durchaus farben- und formenfroh daher. Wie auch in Dubai oder Abu Dhabi werden vor allem die Küstenstreifen entwickelt.

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Ein Kontrastprogramm war dann noch ein kurzer Ausflug zum Bahrain Fort etwas außerhalb der Stadt. Die Verteidigungsanlage hat auch schon einige Jahrtausende auf dem Buckel, aber noch nichts von ihrer Schönheit verloren.

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Shoppen II

Donnerstag 21. Februar 2008

Heute abend kehrten wir zurück an den Tatort des letzten Shoppingraubzuges. Der Schneider hatte das Hemd inzwischen fertig (die Einhaltung von solchen Terminen ist in Dubai nicht unbedingt üblich) und Frau A. war vom Ergebnis angetan. So sehr, dass sie gleich noch weitere Hemden in für Architekten eher untypischen Farben (also deutlich heller als ultragrau) anprobierte und kaufte.
Ich konnte bei den Hosen nicht widerstehen, als Ausgleich dafür werde ich einige Tage essenstechnisch mal kürzer treten. Seufz…

Hier ist jetzt zwei Tage Ruhe, denn ab Freitag kurzurlauben wir in Bahrain.


Shoppen I

Mittwoch 20. Februar 2008

Auch das ist Dubai…

Abends ganz entspannt im in der Dubai Festival City herumschledern und im Lieblings-Klamottenladen einkehren. Der portugiesische Geschäftsführer begrüßt einen mit Handschlag und fachsimpelt mit mir und dem indischen Schneider, wie man das gewünschte Hemd am besten für mich umnähen könnte (ja, ich habe ungefähr 90-60-90, nur die Modewelt hat keine Kleidung für mich). Währenddessen versinkt Herr A. bei einer Tasse Tee mit einem Buch über Luxushotels im bequemen Sessel, ein Pianist am Flügel besorgt die Einkaufsmusik. Und das Schöne daran: alles ist bezahlbar, da in Dubai der Winterschlussverkauf läuft …


Rechenaufgabe

Mittwoch 20. Februar 2008

Neulich bei der Post: Ich wollte einen dickeren Brief nach Deutschland schicken und  fragte am Schalter, wie viel das wohl kosten würde. Die Frau, offensichtlich noch nicht so lang im Job, da zögernd und etwas langsam in der Bearbeitung des Anfrage,kramte in Unterlagen herum, legte den Umschlag auf die Waage, drückte umständlich ein paar Tasten. Im Display erschien“ 225 g   38   Germany“. Ich gab ihr einen 100-Dirham-Schein, sie pulte mir einen größeren Stapel Briefmarken aus der Schublade mit Werten zwischen 50 Fils und 20 Dirham sowie das Wechselgeld. Beim Nachzählen kam ich auf 68. Ich fragte die Schalter-Frau also, ob 68 Dirham wirklich der richtige Betrag sei, sie antwortete mir, das sei richtig: Die Briefmarken kosteten 32 Dirham, Wechselgeld sei also 68. Ok, dachte ich, dann wird die „38“ im Waagen-Display wohl etwas anderes bedeutet haben, und ging hinaus.

Preisfrage: Wie hoch war der Wert aller Briefmarken, die mir die Post-Mitarbeiterin gegeben hat?

Richtige Antwort: 50 Dirham.

(Übrigens das korrekte Porto, wie der Test in einer zweiten Filiale ergab. Die Empfängerin kann mit dem Umschlag eine komplette Briefmarkensammlung eröffnen.)


Küssen verboten

Samstag 16. Februar 2008

In den Emiraten herrscht Zucht und Ordnung. Neben Drogen und Tanzen unter freiem Himmel sind auch allzu freizügige Bekleidung und Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. Und Küssen.

Gerade in den größeren Einkaufszentren sieht man aber immer wieder junge Damen, die so dermaßen knapp und eng bekleidet sind, dass es sogar mir fast unangenehm wird, ihnen hinterherzuschauen. Andere Touristen-Pärchen scheren sich einen Dreck sind mit den Verhaltensregeln offensichtlich nicht sehr vertraut. In der Mall of the Emirates weisen nun dezente Schilder an den Eingängen auf die Basics hin. Was wohl passiert, wenn niemand diese Regeln beachtet – ob dann bald Sittenwächter vor der Tür stehen?moe_hinweisschild.jpg


Dubai und Drogen

Donnerstag 14. Februar 2008

Ich hatte schon länger vor, einen Post darüber zu schreiben, wie Dubai mit Leuten umgeht, die Drogen, Medikamente oder andere illegale Dinge ins Land bringen. Da wird nämlich nicht lange rumgezimpert. In den Zeitungen steht praktisch jeden Tag ein Bericht über Schmuggler, die am Flughafen festgenommen werden unter dem Verdacht, illegale Dinge ins Land bringen zu wollen. Oft geht es dabei tatsächlich um Drogenkuriere, die den Magen voller Kondome mit Stoff haben. Oft sind es aber auch Fälle, die aus westlicher Sicht, nun ja, kurios anmuten. Vor einigen Tagen wurde der Deutsche festgenommen, der eine Flasche Melatonin gegen Jet-lag dabei hatte und nun im Knast schmort. Immerhin wird das Medikament in den UAE frei in Apotheken verkauft. Praktischerweise haben auch deutsche Medien das mitbekommen und auch noch andere Fälle dokumentiert, etwa die Festnahme eines Briten, der einen Zigarettenstummel mit Kannabis unterm Schuh kleben hatte, oder den Schweizer, der einige Mohnsamen vom Frühstücksbrötchen nach Dubai „schmuggeln“ wollte, sodass ich aus Bequemlichkeit einfach einen Link zu Spiegel Online setze. Auf der Website thetruthaboutdubai.com sind sogar noch einige weitere (aus westlicher Sicht) haarsträubende Beispiele aufgeführt, etwa den UN-Mitarbeiter, der in Afghanistan Drogen vernichtet, und auf seiner Durchreise in Dubai wegen 0,06 Gramm Haschisch und einigen Mohnsamen zu vier Jahren verurteilt wurde. Die gleiche Strafe gabe es für italienische Touristen mit 0,01 Gramm Hasch in der Tasch. Oder eine Schmerzpatientin, die in Dubai eine lindernde Injektion erhielt und am Flughafen festgenommen wurde, weil die Substanz auf der Liste illegaler Medikamente steht. Nicht zu vergessen, der britische DJ Grooverider, der irgendwie „vergessen“ hatte, vor dem Abflug das Marijuana aus seiner Hosentasche zu nehmen.

Drogen in den UAE – Im Prinzip ganz einfach: Man hat etwas verbotenes dabei, wird erwischt und landet für mindestens 4 Jahre im Gefängnis. „Jaaaaaa, sind die denn verrückt! Wegen solch kleiner Mengen, gleich solche Strafen…“, könnte man nun fragen. Na ja. Es ist ja jedem Staat überlassen, festzulegen, welche Dinge verboten sind und wie hart sie bestraft werden sollen. Da gibt es erstmal auch nicht viel zu diskutieren. Bloß weil man aus Westeuropa gewohnt ist, es mit Hasch und Co. nicht so streng zu nehmen und Drogenkonsum zum alltäglichen Straßenbild gehört, müssen diese Maßstäbe nicht überall gelten. Schließlich würde man es in Deutschland auch befremdlich finden, kämen Forderungen aus anderen Ländern, die Strafen etwa für Diebstahl, Schusswaffenbesitz oder Steuerhinterziehung herabzusetzen, weil das soooo schlimm ja auch wieder nicht sei. (Disclaimer, nebenbei: auch ich finde die absolute und undifferenzierte Bestrafung von jeglichem Drogenbesitz oder Konsum nicht besonders glücklich, eben weil der Joint-Stummel unterm Schuh oder die Mohnsamen auch ein Versehen sein könnten. Marginalmengen würden hier schon viele Probleme entschärfen.)

Das Problem ist nur, dass vielen Reisenden und Touristen gar nicht bewusst ist, dass Drogenbesitz hier deutlich härter bestraft wird als daheim. Zwar sollte sich jeder Reisende grundsätzlich über die Gepflogenheiten des Landes vertraut machen, in das er reisen will. Aber während die strengen Einreiseprozeduren in die USA wohl den meisten Urlaubern geläufig sind, hat Dubai wohl noch den Ruf des hier-liegt-Gold-auf-der-Straße-und-nichts-ist-verboten-Landes. In den mir bekannten Wischiwaschi-Hochglanz-Reiseberichten mit „Höher, Größer, Luxuriöser“-Inhalten kommen solche Themen jedenfalls nicht vor. Auch das Dubai-Marketing kommt einem nicht entgegen, weil man die Stadt lieber als glitzernde Metropole positioniert, in der Drogen, Prostitution, Verkehrsunfälle und Ähnliches einfach nicht gibt: Sucht man auf www.dubaitourism.com nach dem Stichwort „Drogen“ oder „Drugs“, gibt es keine Treffer. Als „Verhaltenstipps“ werden gegeben:

  • Vermeiden Sie es, so zu sitzen, dass Ihre Fußsohlen auf jemanden zeigen.
  • Während des Ramadans sollte man tagsüber in der Öffentlichkeit weder essen, trinken noch rauchen.
  • Militärische Anlagen sowie einheimische Frauen sollen nicht fotografiert werden.
  • Alkohol darf auf öffentlichen Plätzen und Straßen nicht getrunken werden.

Im Abschnitt „Einreise“ gibt es nur Hinweise zu Visavorschriften, Gesundheitsvorschriften und zollfreiem Einkauf. Verbotene Substanzen wie Medikamente oder eben Drogen werden nirgens erwähnt.

Leider sind die Websites von Flughafen, Zoll oder Polizei bei diesem Thema nicht hilfreicher (was aber ein nicht untypisches Phänomen staatlicher Online-Angebote in den Emiraten ist). Auch hier findet man bei der schnellen Suche keine Hinweise, was verboten ist und was nicht.

Zwar gilt auch in Dubai der Grundsatz „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, macht die Sache aber ein bisschen verständlicher. Auch wenn ich mich persönlich frage, wie Leute auf die Idee kommen, zu glauben, Drogen wären in einem arabischen Land kein so großes Problem. Immerhin können die Erwischten noch glücklich sein, nicht in Saudi Arabien einreisen. Dort werden nämlich (an westlichen, östlichen, südlichen und nördlichen Maßstäben gemessene) noch viel geringere Vergehen mit Gefängnis bestraft, etwa mit einem nicht-verwandten männlichen Geschäftspartner einen Kaffee trinken zu gehen.

Nachtrag, 26.2.2008:
Der Mann mit dem Drogen-Krümel unterm Schuh wurde laut einer Zeitung mittlerweile begnadigt.
Weniger Glück hatte DJ Grooverider – er wurde zu 4 Jahren Knast verurteilt.


    Gefühlsachterbahn

    Mittwoch 13. Februar 2008

    Da steht man müde auf, lässt sich von einem bekloppten Idioten fast den Kotflügel wegfahren, ärgert sich über ausfallende Termine, nicht-zurückrufende Personen, Mails mit unerfreulichen Inhalten und Spam per SMS.

    Und das Alles vor 11 Uhr.

    Der Tag war eigentlich gelaufen und die Welt ist doof.

    Und am Nachmittag flattert dann ganz klammheimlich eine E-Mail in die Inbox, die Stimmung dreht sich und draußen scheint überraschenderweise die Sonne.

    Schönes Gefühl.