Scheinbar geht es mir zu gut, denn  so richtig tiefe Gedankengänge sind derzeit einfach nicht drin. Das Leben plätschert (wenn man das in einem staubtrockenen Land überhaupt schreiben kann) so dahin, ich mache dies, tue das – und schwupps, ist schon wieder Mitte Februar.

Ein kleines Update  zu den vergangenen Wochen:
– Für eine Geschichte musste ich kurz nach Kuwait fliegen und dort einigen interessanten Vorträgen zum Thema Kunstsammeln lauschen. Von der Stadt habe ich nur wenig gesehen: den alten Souq, mein Hotelzimmer mit Meeresblick. Ich hatte den Eindruck, die Menschen dort sind aufgeschlossener Fremden gegenüber, als hier in Dubai. Lag aber vielleicht auch an der Veranstaltung.
– Vergangene Woche haben Frau A. und ich uns westliche Kultur in Form eines Jaques-Brel-Liederabend angetan. Ich mag Chansons. Die recht eingängigen Melodien, die Instrumente (an diesem Abend nur Piano, aber wenn ich an sentimental gestimmte Akkordeons denke … ), die Gestik eines gut aufgelegten Chansoniers. Vermutlich würde ich auch die Texte mögen, in denen oft über kleine Dinge des Alltags, Stimmungen und Gefühle geht, Zustände von Glück bis Trunkenheit (bedingen bisweilen einander), das Leben, das Universum und den ganzen Rest – ich spreche nur leider praktisch kein Wort Französisch. Wer mich gut genug kennt, der wird bestimmt von mir einmal die Geschichte gehört haben, wie ich in der südfranzösischen Provinz, im Zentrum des  niedlichen 4000-Seelen-Örtchens Vic-Fezensac, um genau zu sein, wo ich als Student einige Möbel in ein Bauernhaus abgeliefert habe. Wie ich also in der südfranzösischen Provinz in einem Restaurant eine Mahlzeit bestellte … Die Geschichte endete damals mit einem praktisch rohen Stück Fleisch, aber das erzähle ich ein anders Mal.
– Vorgestern warenFrau A. und ich in Abu Dhabi, wieder mal wieder im Emirates Palace. Diesmal stand keine Preisverleihung an, sondern eine Ausstellung. Derzeit werden dort Teile der Khalili-Sammlung gezeigt, eine der bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst. Schon beeindruckend, welche Kunst und Handwerksqualität dieser Teil der Welt in den letzten 1300 Jahren hervorgebracht hat. Etwa riesige Wandteppiche, oder aufwendig gestaltete und verzierte  Koran-Schriften, persisches Glas, Schmuck aus Baghdad. Schön auch frühe Modelle der Erdkugel und Instrumente, mit denen die Reisenden ihre Position bestimmen konnten.
– Gestern waren wir dann noch beim Bowling. Ich habe meines Wissens zuletzt im Frühjahr 2003 in Estland ein paar Pins umgelegt (und haushoch gewonnen, weil ich gegen zwi junge Damen gespielt habe, die weder viel Ahnung noch Kraft im Arm hatten), für Frau A. war es sogar Premiere. Wäre  meine Performance nicht so wechselhaft gewesen (wie kann man bitte mit zwei Würfen nur einen Pin umlegen? Oder ausgerechnet dann nur einen Sechser werfen, wenn man vorher einen Strike hatte!), hätte ich mich auch jenseits des reinen Spaßfaktors über das Spiel gefreut. Und was macht Frau A.? Semmelt eine Kugel nach der anderen daneben. Erst als ein Kameramann ihre Bemühungen filmt, räumt sie alle Pins mit einem Wurf ab.  Braucht Madame etwa Publikum?
– Ach ja, und dann war ja noch Herr F. unter dem Vorwand einer Dienstreise bei mir und hat, erstens, meinen Rechner wieder  in Schwung gebracht und, zweitens, eine geniale Tour auf Quads mitgemacht. Ich denke, den Fotos im Header und weiter unten kann man leicht ansehen, ob es mir gefallen hat.

Das musste wohl doch mal geschrieben werden.

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2 Responses to

  1. Her F. sagt:

    „Erst als ein Kameramann ihre Bemühungen filmt, räumt sie alle Pins mit einem Wurf ab. Braucht Madame etwa Publikum?“
    Ich wusste doch schon immer, dass Frau A. eine Rampensau ist!

  2. Frau A. sagt:

    Hier muss ich mal was klarstellen:
    1. Herr A. irrt. Ich habe kontinuierlich meine 3-5 Punkte geholt.
    2. Herr F.: Komm du mir nach Dubai!

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