Wochenende in Manama

Man kann über Dubai sagen, was man will, aber ich habe bisher noch keinen einzigen Taxifahrer erlebt, der versucht hätte – über die üblichen kurzen Umwege hinaus – mich zu bescheißen. Das Taximeter wird angestellt, ohne dass man darum betteln muss und ich muss am Ende der Fahrt auch nicht gegen Nachforderungen anfeilschen. Aus Kuwait kenne ich da andere Sitten und auch in Bahrain hatten wir schon anderthalb Bescheiß-Versuche hinter uns, bevor wir überhaupt im Hotel angekommen waren.

Bei der Einreise bekommen Ausländer wie Frau A. und ich ein Visum, welches pro Person 5 Bahrain Dinar (abgekürzt BD, ausgesprochen: „Bii Dii“) kostet. Selbstverständlich hatten wir schon in Dubai Geld getauscht und reichten dem Beamten also einen 20-BD-Schein hin. Als er mir als Rückgeld fünf Einer-Noten und einen bläulichen Schein gab, wurde ich misstrauisch, denn der blaue Lappen hatte als Aufdruck die Zahl „50“ in arabischer Schreibweise (soviel kann ich mittlerweile entziffern). Ich sagte ihm also, dass dies keine 10 BD Rückgeld seien. Er nahm die Scheine wieder zu sich und beeilte sich plötzlich sehr schnell und sehr freundlich, passendes Geld zu finden, fragte seinen Kollegen und zückte schließlich sogar BD aus seinem Portemonnaie. Dies werte ich mal nur als halben Beschissversuch, denn ich hatte dien Schein nicht ganz genau angeschaut und es könnte – theoretisch – auch saudisches Geld gewesen sein, das zumindest in Restaurant auch angenommen und ausgezahlt wird (Beim Blick auf den Wechselkurs bin ich allerdings etwas skeptisch dieser Theorie gegenüber.)

Der Spaß ging mit dem Taxifahrer weiter. Wir saßen drin und sagten, er solle das Taximeter anmachen. Dann kam das Übliche: er hätte keines – wir drohten mit Ausstieg – er wollte unser Ziel wissen – wir nannten das Hotel – er wollte sieben BD – wir sagten viel zuviel, höchstens dreieinhalb (das hatte Wikitravel empfohlen) und öffneten schon die Tür – unter Hilfe des Taxieinweisers vom Flughafen ließ er sich doch davon überzeugen, sein Taximeter einzuschalten. Während der Fahrt moserte der Typ dann tatsächlich rum, dass wir uns so ein teures Hotel leisten würden, aber dann an der Taxifahrt sparen wollten. Vier Stunden hätte er am Flughafen gestanden (es war ungefähr halb elf) und außerdem sei das Leben in Bahrain so teuer geworden und so ein Verhalten habe er ja noch nie erlebt. Ich sagte ihm, dass ich nicht mit ihm darüber diskutiere, wie viel Geld ich für mein Hotel ausgebe, aber sehr wohl darüber, zu hohe Preise zu verlangen. Dafür sind Taximeter da, und wenn ihm die Entgelte nicht passten, könne er sich ja bei der Regierung beschweren. Nach meiner Frage, ob er von einem Bahraini auch 7 BD verlangen würde, kam nur noch Schweigen. Taximeter-Stand am Hotel: 2,4 BD plus einen BD Zuschlg für den Flughafen-Transfer. Dämlicher Idiot!

Freitagmittags ist in Bahrains Hauptstadt Manama natürlich tote Hose: Es ist Wochenende und das große Freitagsgebet steht an. Entsprechend wenig war los bei unserem Innenstadtbummel. Die Sonne schien, aber sauwindig war es. Ohne Pullover und Jacke lägen wir jetzt wohl erkältet im Bett. Einen Schal hätten wir auch gebrauchen können, waren aber – anders als mancher Einheimische –  nicht auf solches Wetter vorbereitet.
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Natürlich kann man an zwei Tagen nicht alles von der Stadt sehen, aber was sofort auffällt, sind die markanten Gebäude in der City. Da wäre etwa das fast fertig gestellte World Trade Center:

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Die beiden spitz zulaufenden Türme sind jeweils 50 Stockwerke bzw 240 Meter hoch. Zwischen den beiden Gebäuden sind drei Windräder mit je 29 Metern Durchmesser installiert, die zwischen elf und 15 Prozent des Energiebedarfs dieser mixed-use-Anlage mit Bürofläche, Shopping-Mall und einem Hotel decken.

Ebenfalls zwei identische Türme, aber andere Formen und Anordnung prägen den Bahrain Financial Harbour:

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Diese Türme sind Teil eines größeren Projekts mit Inseln, Residenzen, Mall, Hotel und so weiter. Im Vergleich zu Word Trade Center kommen diese 53 Stockwerke hohen Türme weniger elegant daher. Sie sollen die Segel ein- und ausfahrender Schiffe symbolisieren, was einerseits zu Bahrains Insellage und uralten Handelsbeziehungen zu den Staaten im Persischen Golf passt, andererseits zu dem Fakt, dass der Fischerhafen direkt in der Nähe ist.

Einen wunderbaren Einblick in die Geschichte und Kultur Bahrains (was soviel heißt wie „zwei Meere“, dem Persischen Golf und das Grundwasser) bietet ein Rundgang durch das Nationalmuseum. Besiedelt wurde die Inselgruppe (33 an der Zahl) schon vor rund 5000 Jahren, viele Hügelgräber sind noch jetzt zu sehen (einige davon im Museum) . Unter dem Namen „Dilmun“ war die Insel ein wichtiger Handelsplatz der Region.

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Besonders der Norden der Hauptinsel ist durch artesische Brunnen und kilometerlange Kanäle sehr wasserreich und wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es noch Viehhaltung, Fischerei und bis in die 1930er Jahre Perlentaucherei, die aber mit dem Aufkommen der Zuchtperlen vor die Hunde ging.

Ein mehrstündiger Bummel durch die (nicht wirklich alte) Altstadt ist so, wie man sich eine arabische Altstadt vorstellt: enge Gassen und dichtgedrängte Häuser in unterschiedlichen Stadien des langsamen Verfalls, wuselige Geschäfte mit Waren der billigen und/oder illegalen Art, keine Parkplätze, hier und da eine Mosche.

Bahrain gilt nicht nur als Partymeile für die über eine 25 Kilometer  lange Brücke mit der Insel verbundenen Saudis. Auch andere Religionen dürfen hier relativ offen existieren, wie etwa die Church of the Sacred Heart (während unseres Bummels leider geschlossen).  Die große Moschee sieht da schon um einiges beeindruckender aus.

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Die zeitgenössische Architektur kommt durchaus farben- und formenfroh daher. Wie auch in Dubai oder Abu Dhabi werden vor allem die Küstenstreifen entwickelt.

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Ein Kontrastprogramm war dann noch ein kurzer Ausflug zum Bahrain Fort etwas außerhalb der Stadt. Die Verteidigungsanlage hat auch schon einige Jahrtausende auf dem Buckel, aber noch nichts von ihrer Schönheit verloren.

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