Nochmal Mitte 20 sein

Sonntag 30. März 2008

Einer der angenehmen Nebeneffekte des Verheiratetseins mit Frau A. ist, dass man einfach aus dem tiefsten Inneren weiß, wohin man gehört. Und auch was sich gehört und welchen Quatsch man besser sein lassen sollte, wenn man nicht einen mittelschweren Ärger riskieren inklusive Gehörschäden riskieren will. Man ist halt keine 25 mehr. Auf der einen Seite bedauere ich daher die Jungspunde in ihrer Sturm-und-Drang-Phase beziehungsweise der Zeit der Irrungen und Wirrungen. Auf der anderen Seite, hach, was waren das für Zeiten!

Ein Kumpel von uns, nennen wir ihn mal Mr. J, macht derzeit genau diese Phase durch. Erlebt seit anderthalb Jahren in Dubai, und wenn ich Frau A. wäre, würde ich ihn vermutlich süß nennen (was sie auch gemacht hat). Eigentlich hat dieser Mr. J eine Freundin, doch ist diese vor einigen Monaten von Dubai nach Sydney gezogen, sodass J. eine Weile eine Fernbeziehung unterhielt. Gestern erzählte er mir, dass er sich vorgestern von ihr getrennt habe. Zu weit weg?, murmelte ich beim Bier am Pool. Ja, so etwa, murmelte er zurück und erwähnte, dass sie gerade in der Stadt sei, kam aber erst später damit raus, dass die Trennung nicht ganz in beiderseitigem Einverständnis zustande kam, sondern er die treibende Kraft gewesen sei. Nun gut, passiert.
Heute rief der Bengel wieder an, weil er mich, besser unsere Alkohollizenz brauchte, um im nächstgelegenen Laden eine Flasche Wein zu kaufen, statt eine Stunde zum nächsten lizenzfreien Store zu fahren. Kein Problem.  Der gute Mann brauchte eine Flasche Wein, weil seine neue Flamme nachher zu ihm kommen wolle (die, ganz nebenbei, wie seine Ex-Freundin auch eine Kollegin ist). Ok, prima. Er: Jaaaaa, aber vorher wollte die Ex noch vorbeischauen, um ihre letzten Sachen mitzunehmen. Ich: Hmmmmmm?! Er: Ja, und nun kommt sie später. Ich habe ihr schon gesagt, dass ich müde bin und schlafe. Ich werde die Sachen dann ins Wohnzimmer stellen.  Ich: Aha. Er: Dann müssen meine Neue und ich  uns im Zimmer einsperren und ganz still sein.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alles glatt geht. Vermutlich endet das eher wie in einer französischen Verwechslungsklamotte aus den  50er Jahren mit viel Geschrei und Beschimpf, denn wie Frau A. zurecht feststellte: „Frauen riechen soetwas.“
Mr. J fing an, seinen „Plan“ noch einmal zu überdenken. Es ist halt nicht leicht, erwachsen zu werden.

Advertisements

Licht aus!

Sonntag 30. März 2008

Gestern war ich richtig froh, kein übermäßig großer Pferdenarr zu sein. Ursprünglichb wollte Frau A. mich zum Dubai World Cup schleppen, dem höchstdotierten Pferderennen der Welt. Frau A. hatte der Veranstaltung, die neben Rennfperden im Wesentlichen aus Sommerkleidchen und Riesenhüten besteht, im vergangenen Jahr begeistert beigewohnt und wollte auch bei mir den Funken überspringen lassen (Ohne dass ich dafür ein Kleid tragen müsste, natürlich). Anfang der Woche hatte ich versucht, online Karten für die Veranstaltung zu bestellen, bin aber im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Sekunde zu spät gekommen – eine Karte hätte ich noch erklicken können. Auch der Versuch, vorab direkt an derRennbahn noch Karten zu kaufen, endete vor dunklen, verschlossenen Kassenhäuschen.

Nicht ganz ohne Amüsement habe ich dann heute in der Zeitung gelesen, dass nicht alle, die sich für rund 35 Euro einTicket gekauft hatten, auch tatsächlich sehen konnten, wie Curlin über als Erster über die Ziellinie galloppierte und seinen Besitzer um 6 Millionen Dollar reicher machte.
Denn, wie bei Großveranstaltungen nicht völlig unüblich, viele Leute mussten ein bis zu vierstündiges unfreiwilliges Sonnenbad in der Warteschlange nehmen, bevor sie endlich auf das Gelände gelassen wurden. Viele gaben auch schon nach ein oder zwei Stunden auf, sind nach Hause gefahren und haben ihr Ticket verfallen lassen. Mal wieder habe es an zu wenig Einlassstellen gegegen, die Zahl der Zufahrtswege und Parkplätze soll auch verbesserungswürdig gewesen sein, ebenso die Wissenslage der Mitarbeiter und deren Kommunikation gegenüber den genervten Ticketbesitzern. Es ist ja nicht so, dass die Veranstalter von Großevents überrascht sein müssten, dass tatsächlich zehntausende Besucher kommen. Die sind scheinbar schlicht überfordert, wenn es darum geht, das ganze ordentlich zu planen und gelegentlich auch mal genügend Klohäuschen aufzustellen.

Wir hatten stattdessen einen sehr schönen Wochenendausklang ohne Pferde und alberne Riesenhüte. Unser Kumpel Joe hatte bereits am Nachmittag seine Bar und den Pool sperrangelweit für mich geöffnet, abends kam noch Frau A. dazu. Weil irgendjemand in Australien zum Energiesparen aufgerufen hatte, verbrachten wir eine Stunde bei Kerzenlicht. Ursprünglich hatte es Dubai abgelehnt, bei der „Earth Hour“ mitzumachen. Aber irgendjemand war so clever zu sagen: „Ha, diese Hinterdünler sind nicht dazu in der Lage, was richtige Weltstädte mit einem Fingerschnipp hinbekommen.“ Wenn man die Herren hier bei ihrem Stolz packt, werden plötzlich ganz viele Dinge ganz schnell möglich.

Ob draußen in der Stadt wirklich an den größten Türmen das Licht ausging, wissen wir nicht, dazu hätten wir Energie aufwenden müssen, um rauszugehen. Joe zupfte ein paar akkorde aufseiner Gitarre, niemand konnte so richtig mitsingen, sehrlustig. Am meisten gefreut hat sich Frau A. übrigens darüber, dass sie nicht in völliger Dunkelheit Lulu machen musste, sondern ein Teelicht im Bad für die richtige Plätschstimmung sorgte.


Ostergeschenk?

Dienstag 25. März 2008

Neben Schoki und anderen Kleinigkeiten habe ich mich am Wochenende über eine Überraschung der anderen Art gefreut. Mein Kontoauszug wies eine Überweisung im hohen dreistelligen Betrag aus, was immer ein Grund zur Freude ist. Nur, ich weiß nicht, womit ich das Geld verdient habe. Für den Überweisenden habe ich vergangenes Jahr einen Auftrag bearbeitet und das Geld längst bekommen.

Ich möchte also eine kurze Mail an den edlen Spender schreiben, weil ich nicht glaube, dass der Verlust lange unbemerkt bleibt und er den Betrag ohnehin zurückhaben will. Ich weiß nur nicht genau, wie ich es formulieren soll. Zwei Alternativen bieten sich an, bitte helft mir doch bei der Entscheidung, welche die bessere ist:

Sehr geehrter Herr …,
ich freue mich immer über Geschenke. Entsprechend begeistert war ich, als ich am Wochenende auf meinem Bankkonto Ihr Ostergeschenk in Höhe von 961,33 Euro gefunden habe. Trotzdem würde ich gerne wissen, warum mir diese Ehre zuteil wird. Sollte es sich um ein Versehen handeln und ich garnicht gemeint sein sollen, können Sie die Überweisung ja noch stornieren.

Oder:

Sehr geehrter Herr …,
bei der Durchsicht meiner Kontounterlagen ist mir Ihre Überweisung in Höhe von 961,33 Euro aufgefallen, weil ich normalerweise keine Zahlungseingänge in lediglich dreistelliger Höhe erhalte. Zunächst dachte ich an ein Versehen beim Überweisungsauftrag, etwa, dass Sie eine Ziffer im Betrag vergessen hätten. Doch dann fiel mir auf, dass wir in den vergangenen Monaten keinerlei Geschäftsbeziehungen mehr hatten. Ich würde mich daher freuen, wenn Sie die Summe um einige Tausend Euro aufstocken würden, um die alten Zeiten wiederzubeleben. Ansonsten sehe mich mich gezwungen, Ihnen das Geld umgehend zurück zu überweisen, um mich wichtigeren Dingen zu widmen.


Frohe Ostern

Montag 24. März 2008

Wie es mit christlichen Festen so ist, wird auch Ostern in Dubai weniger intensiv gefeiert als es am Hamburger Elbstrand, in Klein-Offenseth, Frankfurt oder München der Fall ist. So ganz möchten die Deutschen aber nicht verzichten – und so trifft man sich dann halt zum Holzverbrennen Mitten in der Wüste. Mit Campingtisch, Stühlen, Grill und allem, was sonst noch dazu gehört. Das Holz schön ordentlich gestapelt und unter – und hier unterscheidet sich Dubai – völliger Abwesenheit einer spaßbremsenden Freiwilligen Feuerwehr mit ein bisschen Sprit entzündet. Kinder durften frei durch die Gegend wuseln und die Besitzer der Autos, die ihren Wagen auf der vorgesehenen Fläche geparkt hatten, durften sich anschließend über eine dicke Ascheschicht auf dem Blech freuen. Denn clevererweise hatte jemand Feuer, Windrichtung und Ascheflug so überhaupt nicht berücksichtigt. Hier ein paar Impressionen:

osterfeuer_01.jpg osterfeuer_02.jpg osterfeuer_03.jpg osterfeuer_04.jpg osterfeuer_05.jpg osterfeuer_06.jpg osterfeuer_07.jpg osterfeuer_08.jpg osterfeuer_09.jpg


Kinder, Kinder

Montag 17. März 2008

Eigentlich mag ich ja kleine Kinder mittlerweile sogar ganz gerne. Und ich finde es auch ok, dass in Dubai und Rest-Arabien die Gören so ziemlich zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Gegend toben dürfen, sind ja schließlich keine Erwachsenen. Zwar kann man über den Sinn streiten, dass die lieben kleinen auch noch gegen 22 Uhr in den Restaurants und Cafés herumlaufen, springen, fallen, radfahren, kreischen und sonstwas machen, statt im Bett zu liegen. Auch sollten sie vielleicht nicht unbedingt Kaffee trinken, wie neulich gehört. Aber was solls. Immer noch besser als totenstill and den Stuhl genagelt dabei zuschauen zu müssen, wie die Eltern diese ekligen Sachen essen, während man selber schon satt ist und rumtoben möchte.

Trotzdem würde ich gerade meinen Kaffee gerne ohne Ohrenstöpsel genießen können…


Stock nach Noten

Freitag 14. März 2008

So,so, da wird man schon trotz der Entfernung mit Stöckchen beworfen. Aber da littleb ruft, muss Frau A. wohl antworten 🙂

I) Wieviele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
8 als „tägliche Musik „ auf meinem Schleppie, 20.9 GB auf der Externen.

II) Die letzte CD, die du gekauft hast…
The desert lounge, volume one. Die habe ich sogar zweimal gekauft. Einmal für mich und einmal für die weltbeste Freundin, um einwenig Dubaiurlaubsstimmung nach Deutschland zu bringen.

III) Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
Show me the way von Peter Frampton auf 103,2 the coast, fujeirah radio network

IV) Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre.
Ist immer stimmungsabhängig. Reicht von 80ern, über Elements of Crime, Pain, Norah Jones bis zu DM.

Hier ist aber meine letzte Playlist aus der Firma:

Fettes Brot – Dauerkarte

Fettes Brot – Dauerkarte

Fettes Brot – Dauerkarte

Fettes Brot – Dauerkarte

Fettes Brot – Dauerkarte

Keine Sorge, mir geht es wieder sehr gut. Aber es war Wochenende und ich war wieder nicht im Millerntorstadium beim Pauli Spiel.

V) Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?

Düne7, weil sie mir ein wenig Norddeutschland nach Dubai bringt

Kirsten , weil ich ihren kreativen und humorvollen Schreibstil liebe


Trink-Erlebnisse

Freitag 14. März 2008

Was bekommt man in Dubai, wenn man einen doppelten Gin-Tonic bestellt?

Zwei Gin-Tonic.