Begegnung mit Weltreisenden

Am Donnerstag wollten Frau A. und ich für eine Stunde an den Strand. Haben wir nicht geschafft, denn auf dem Parkplatz vor dem Jumeirah Beach erregte ein lastwagenähnliches Fahrzeug unsere Aufmerksamkeit. Die Seitenwände waren mit Flaggen und Ländernamen beklebt. Eine Frau saß in der geöffneten Tür, eine hellblaue Tasse in der Hand. Auf der schmalen Treppe davor, hockte ein Mann und sonnte sich. Dem Nummernschild nach, kam der Wagen aus Cuxhaven.

Neugierig, was diese Mischung aus Lkw und Wohnmobil in Dubai am Strand macht, gingen wir hin. Das ältere Ehepaar war nicht wirklich überrascht, auf Deutsch angesprochen zu werden. Denn auf ihrer Weltreise sind sie schon vielen Landsleuten begegnet. Seit elf Jahren fahren die beiden in ihrem Spezialfahrzeug auf den Kontinenten herum. Seit elf Jahren! In Dubai warten sie auf ein Touristenvisum für Saudi-Arabien, um von dort eine Fähre nach Afrika zu nehmen. In einem halben Jahr wollen sie in Südafrika ankommen.

Vor elf Jahren haben beiden ihren gesamten Besitz „verkauft, verschenkt oder verschrottet“, sagt er. Aus private Gründen, die mit Gesundheit zu tun hatten, wollten die beiden noch möglichst viel von der Welt sehen. Das Auto ließen sie sich extra anfertigen nach ihren Plänen. In der Wohnkabine fehlt es an nichts: Dusche, Klo, Küchenzeile, Schlafbereich und Sitzecke. Auch technisch bietet das Mobilheim mehr als manche Villa: Solarzellen zur Stromversorgung, Spezialfilter zur Wasseraufbereitung (das Mobil kommt bis zu fünf Wochen ohne externe Versorgung aus), zur Kommunikation Satelliten-TV, Flachbildschirm, Computernetzwerk, Satelliten-Telefone. Die Wohnkapsel ist vom Unterbau getrennt und auf Gummi gelagert, damit in rauem Gelände das Interieur nicht durch die Gegend fliegt. Denn durch ein spezielles Getriebe kann das Fahrzeug auch durch Wüsten und Wadis fahren.

Die Freiheit und Unabhängigkeit der beiden, den Mut, alles hinter sich zu lassen und wie moderne Nomaden einfach weiterzuziehen ,  wenn man einen Ort zur Genüge gesehen hat – ich war tief beeindruckt. Tauschen möchte ich nicht, denn mir wäre der Bruch mit dem bisherigen Leben zu radikal.

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3 Responses to Begegnung mit Weltreisenden

  1. littleb sagt:

    hihi, euch sehe ich früher oder später aber auch mit so einem Mobil 😉

  2. Herr A. sagt:

    Warum nicht… Aber eine Nummer kleiner tut’s auch. Un ob es gleich elf Jahre sein müssen…?

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