Turbulenzen in der Luft und auf der Schiene

Wenn ich den ganzen Medienrummel lese, muss ich ja wohl knapp mit meinem Leben davon gekommen sein. Nur eine halbe Stunde vor Flug LH 044, der in Hamburg bei der Landung mit den Flügeln das Reifengummi von der Landebahn kratzte kam ich nämlich (mit einiger Verspätung) aus Frankfurt eingeschwebt. Gut, geschwebt ist euphemistisch, es hat schon ein bisschen geruckelt und geschaukelt bei dem böigen Wind, aber wirklich schlimm kam mir das nicht vor. Erst recht nicht im Vergleich zu meinem Flug nach Frankfurt, wo einige Passagiere neben und hinter mir den Landeanflug, na ja, zum Kotzen fanden. Im hessischen Himmel ging es nämlich ziemlich robust zu, in etwa vergleichbar mit einer flachen Achterbahn – hoch, runter, links, hoch, rechts, runter. Liegt aber wohl an meiner Begeisterung für Luftfahrt, dass mir das nicht soviel ausgemacht hat.

Während Luft keine Schienen hat, ist der Hamburger Verkehrsverbund durchaus im Besitz derselben – aber leider nicht weniger unberechenbar.

Am Sonntag wollte ich mir eine Wochenkarte für 22,50 Euro kaufen, um Geld zu sparen und nicht zu viele Erledigungen in wenige Tage quetschen zu müssen. Nun, anders als ich vermutet hatte, informierte mich das Tarif-Schild am Bahnhof darüber, dass Wochenkarten immer nur ab Montag gelten, statt am Tag des Kaufs. Nun gut, ging also die erste Tageskarte für 5,10 Euro über den Tisch.

Am Montag wollte ich dann nun aber endlich beim Busfahrer das Wochenticket erstehen. Kann ich hier nicht verkaufen, war die Antwort, gibt es nur an den Service-Stellen. Die nächste ist 5 Haltestellen entfernt. Kann ich denn bis dahin mitfahren, fragte ich. Wenn Sie kontrolliert werden, wird das teuer, sagte er. Ich legte also 1,30 Euro aufs Tischchen für einen Kurzstrecken-Ticket.

Der Service-Schalter an der U-Bahn-Station Langenhorner Markt scheint dauerhaft geschlossen, jedenfalls verweist ein Plakat auf den Zigarettenladen um die Ecke. Ob ich denn hier eine Wochenkarte bekommen könne, fragte ich die Dame, nachdem sie sich bequemt hatte, ihr SMS fertig zu tippen. Ja, schon, aber dafür bräuchte sie ein Foto von mir, sagte sie. Das sei neu, fügte sie kleinlaut hinzu, als sie sah, dass meine Gesichtszüge einen gewaltigen Satz nach unten machten. Da nützt es mir auch nichts, wenn gleich um die Ecke ein Fotoautomat steht, mit dem ich für geratene 7 Euro ei paar hässliche Bilder machen kann. Dadurch wird das Ticket fast so teuer wie sechs Tageskarten. Kann mir jemand erklären, wozu eine Wochenkarte ein Foto braucht und ein Name nicht ausreichend ist? Und kann mir jemand erklären, warum der HVV diese nicht unwesentliche Info einfach auf allen Hinweisschildern verschweigt? So eine Karte wäre ja auch für echte Touristen interessant, aber wenn die erstmal zum Fotografen stapfen müssen, sind die bestimmt auch schnell vom HVV bedient. Ich jedenfalls schon, weil ich noch eine weitere Tageskarte kaufen musste (Fotos von mir trage ich nun wirklich nicht zufällig mit mir rum) und für die nächsten Tage weitere Käufe anstehen.

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