Alltagsfrust: Heute kein König

Manchmal, aber wirklich nur manchmal, habe ich das Gefühl, so eine Art Anti-Midas zu sein: denke ich über den Kauf von Aktien nach, landen die Papiere mit Sicherheit am nächsten Tag im Keller. Angeschobene Projekte verlaufen im Sand, im genialen Businessplan von Freunden finde ich die dicksten Fehler, greife garantiert das kaputte Neugerät aus dem ganzen Regal, Bewerbungsgespräche bringen nur den zweiten Platz und kaum schalte ich den Fernseher an, kassiert der HSV das 0:1 gegen Leverkusen. Kurz: an manchen Tagen kommt es mir vor, dass sich alles, was ich anfasse, in einen stinkenden, feuchtglänzenden, braunen Haufen verwandelt.

Zum Glück kommen diese Phasen nur sehr selten vor und halten auch nicht sehr lange an. Aber das nütz mir wenig, wenn ich gerade mittendrin stecke. Nun ist es wiederrum glücklicherweise nicht so, dass ich deswegen in Depression verfallen würde.

Denn, hey, was wäre, wenn ich wirklich die Gabe hätte, mit meiner destruktiven Energie die Welt um mich herum zugrunde zu richten?
Sooooo schlecht wäre das gar nicht, ich müsste nur das Richtige damit anstellen. Also beispielsweise Wertpapiere kaufen, von denen ich weiß, dass mein Lieblingsfeind sie auch besitzt. Oder, noch besser: Gegen ein geringes Entgelt Wertpapiere kaufen, die den Lieblingsfeinden von Freunden, Verwandten oder Bekannten gehören.

Ach was, warum nicht gleich beim Vorstandsvorsitzenden von Unternehmen XY anrufen und sagen „Hey, ich bin’s, Herr A., ich habe schlechte Laune und werde gleich Ihre Aktien kaufen. Wie viel ist es Ihnen wert, dass ich es nicht tue? Ok, verdoppeln Sie den Betrag, dann kaufe ich die Papiere Ihrer Konkurrenz.“

Ich sollte mir nächstes Wochenende mal die Bayern live ansehen.

Ach, ich sehe schon wieder so viele schöne Möglichkeiten, als Warentester, Börsenguru und Wettmanipulator vor mir. Man muss halt nur wissen, wie man aus Scheiße Gold macht.

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