Strandbeobachtungen

Dass Dubai kein demokratisches Land mit gleichberechtigten Bewohnern ist- diese Erkenntnis ist nicht neu. Meistens bemerkt man dies nicht, nur gelegentlich fällt  es einem auf, dass es Bürger erster bis vierter Klase gibt. Selbst am öffentlichen Strand. Heute war ich zum ersten Mal seit langem an einem Abschnitt des Jumeirah Beach, wo sich Wochenends viele Leute zum Sonnen und Baden hinlegen, zum  Kting, zum Beachvolleyball oder einfach nur für ein Picknick. Während die meisten Strandbesucher mehr oder weniger halbnackt auf ihren Tüchern liegen oder sich im Wasser tummeln, schlendern ständig kleine Gruppen von Männern den Strand auf und ab – relativ vollständig bekleidet und ohne festes Ziel.  Meistens werden diese Typen als „die Inder“ subsummiert, auch wenn vermutlich die wenigsten  diese von Bangladeschis oder Pakistanis unterscheiden könnten. Die „Inder“ am Wochenende für ein paar Stunden ihren weit entfernten Arbeiter-Ghettos nach Jumeirah, um auch etwas von dem dubaianischen Lifestyle mitzuerleben. Auffällig werden sie dadurch, dass bei einigen die Körpergerüche auch noch in fünf Metern Entfernung wahrnehmbar deutlich sind sie vor allem die sonnenbadenden Frauen recht intensiv anstarren, wodurch diese sich (zu recht) gestört fühlen. Vermutlich haben die meisten von Ihnen in ihren Heimatländern solche Anblicke nicht kennen gelernt, außerdem dürften sich die meisten von ihnen relativ einsam fühlen. Ich habe noch nicht erlebt, dass die Typen etwas anderes gemacht hätten, als zu schlendern und zu starren und zu schlendern. Aber Beschwerden über Belästigung oder andere Dinge scheint es wohl gegeben haben.

Heute habe ich erstmals gesehen, dass ein Emirati am Strand entlangging, solche Gruppen gestoppt hat und sich ihre ID-Karten zeigen ließ. Die „Inder“ mussten anschließend in ein kleines Strandkabuff gehen, später stiegen sie in Kleinbusse ein und fuhren weg.  Andere  Strandbesucher mussten  sich,  soweit ich das sehen konnte, nicht gegenüber dem Beamten ausweisen.

Zwar weiß ich nicht, was da genau abgelaufen ist, aber ganz ein komisches Gefühl bleibt  trotzdem.  Einerseits finde ich es ja gut, dass man versucht, den Strand sicher zu halten, aber diese Praxis erinnert mich stark an „Türpolitik“.

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