Ich könnte nach Hause . . .

Mittwoch 27. August 2008

Wir sind in Dubai, weil wir die Herausforderung suchen.
Andere sind hier, weil es nicht viele Orte gibt, wo sie sonst hinkönnen.
Ich habe Kollegen aus dem Irak, Afghanistan, Libanon, Persien (Iran), der Türkei u.s.w. die hier sind, weil sie bei sich zuhause nicht die Möglichkeiten haben, so zu leben und zu arbeiten. In ihren Ländern werden sie entführt, gefoltert, verfolgt, die Häuser wurden verbrannt und sie haben nicht die Freiheiten, die man hier in Dubai hat.

Die können nicht so einfach nach hause.
Ich könnte es.
Jederzeit.
Und so einfach.
Danke.


Ski heil

Dienstag 19. August 2008

Kein Muskelkater. Seltsam. Dabei war ich vorgestern abend Go-Kart fahren. Das habe ich zuletzt vor ungefähr 20 Jahren versucht und konnte danach mehrere Wochen nicht vernünftig zurücklehnen, weil ich mir in dem Hartschalensitz meinen damals schon nicht mehr normgerechen Rücken wundgescheuert hatte.

Jetzt also wieder. Ein Viertelstunde in der Halle, bei 40 + Grad durch den Parcours zu kurven, bringt gigantisch viel Spaß, macht aber auch total fertig. Und ernüchternd ist, wenn man das Gefühl hat „hey, ich drehe hier eine geile Runde nach der nächsten“ und dann plötzlich von einem Haufen Karts überholt wird, weil die eigenen 43er oder 44er Runden mal eben fünf bis sechs Sekunden langsamer sind als die der anderen Fahrer. Am Ende waren die Knie schwach und der Nacken steif – aber der Rücken hat es überlebt.

Seit gestern kann ich Ski fahren.
Ja, ich. Der sich noch nie auf Skier gewagt hat, weil er der Kälte nur mäßig viel abgewinnen kann und schon immer instinktiv wusste, dass er sich noch beim hinstellen furchtbar wehtun würde. Sogar eine Klassenreise habe ich ausfallen lassen, weil die zum Skifahren in den Bayerischen Wald führen sollte.

Nun, rund 20 Jahre (schon wieder) später habe ich das nachgeholt und gehöre zu der elitären Schar von Leuten, die in Dubai das Skifahren begonnen haben.
Ist vielleicht etwas übertrieben, denn in Wahrheit kann ich nach der Einführungslektion wackelfrei auf den Dingern stehen und ein sanftes Gefälle geradeaus runterrutschen. Das mit dem Kurvenfahren konnte ich in der kurzen Zeit noch nicht lernen, was ärgerlich war, weil so die sich rasant nähernde Begrenzungsmauer jedes Mal den Schlussteil der 20 Meter langen Fahrt irgendwie ungemütlich machte. Ist aber alles heil geblieben, und hat Spaß gemacht. Auch wenn jetzt ein paar Muskeln anders klingen als vorher.

Beweisfoto:

Herr A. links, in der Mitte Abdula, einer von zwei Brüdern unseres Freundes Mohammed, der auch die Idee zu dem Abend hatte, und rechts Frau A., die sich sehr gut als Skihäschen macht.


Ein Wochenende voller Feiern

Sonntag 17. August 2008

Es war eine harte Woche, die Frau A. und ich da hinter uns gebracht haben: Kurzfristig kam ein Scheich auf Durchreise in unseren Palast zu Besuch, während ich etwas dringendes Arbeiten musste und mich dann auch noch ein paar Magenbakterien flachlegten. Im Palasthof mussten wir trotz sengender Hitze auch noch Hand anlegen, um den Palastgärtnern für Freitag auch etwas zu tun zu geben.

Dann der Donnerstag. Erste Party. Kollege von Frau A., der sich in den (von außen abgrundtief hässlichen, wie ich finde) Jumeirah Beach Residences ein Appartment gekauft hat. 28. Stock, Meeresseite.

Die Aussicht kann sich sehen lassen: von dort oben sieht der Strand wirklich schön aus und die Palme Jumeirah im Hintergrund macht auch was her.

Die Party war ok, zumal die Gäste von Schweden bis Australien aus allen Teilen der Welt kamen. Wenn diese Leute doch bloß nicht so fiese Akzente hätten, die bei lauter Wummer-Musik und etwas Alkohol eigentlich nicht mehr verständlich sind.

Freitag morgen. Der letzte Schnaps hat uns beiden nicht gut getan. Schnell den Gärtnern noch Anweisungen gegeben, dann ins berüchtigte Double Decker zum noch berüchtigteren Friday-Brunch. Preise wurden erhöht. Aber auch für 149 Dirham ist all-you-can-eat-and-drink noch ein gutes Angebot. Biere blieben besser ungezählt, und wenn Frau M. aus BB endlich die Fotos von ihrer Kamera zumailen würde, könnte ich auch einige Stimmungsbilder liefern.

Früher Abend: Uff

Dann wieder ins Taxi. Nächste Party. Diesmal AUF he Palm Jumeirah. Bisher war ich noch nie auf der künstlichen Insel, von der es heißt, sie gehe unter, hätte ein Brackwasserproblem, Rattenprobleme, teure und kleine Grundstücke usw.

Stimmt alles. Die Anfahrt ist lang und außer monotonen Wohnblöcken und Reihenhäusern ist dort (nachts) auch nichts spannendes zu sehen. Ein Cafe um die Ecke oder ein Supermarkt sind mir jedenfalls nicht aufgefallen. Jeder „Palmwedel“ ist durch Schranke und Wächter gesichert, dahinter führt eine lange Straße mit auffällig ähnlicher Bebauung zu beiden Seiten fast endlos geradeaus.

Nur geschätzte 30 Prozent der Häuser auf diesem Palmwedel wirkten irgendwie bewohnt, der Rest scheint reines Spekulationsobjekt zu sein. Denn die Häuser sind mittlerweile schweineteuer. Zwar auch groß, aber ob die engen Grundstücke wirklich ihr Geld wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Denn der kurze Strand direkt am Garten ist zwar nett, aber voller kleiner fieser Betonstücke. Und ohne Brandung bringt das Meer auch nur halb soviel  Spaß.

Aber zum Feiern ist die Location anständig geeignet. Kein Nachbar beschwert sich, man hat die Wahl zwischen pipiwarmen Meer und körperwarmen Pool, viel Platz und genug Getränke.  Und wo viele Perser sind, ist die Stimmung meist auch gut. Dass ich keinen der Tanzhits kannte, zu denen die Mädels auf dem Rasen hüpften,  muss ich wohl auf meine Kappe nehmen.

p

Fragt nicht nach Samstag.


Angekommen

Montag 11. August 2008

Liebe June,

auch wenn es angekündigt war, habe ich mich doch sehr gefreut, als mein Mann vom Postfach nach hause kam und mir ihr Päckchen in die Hand gedrückt hat.

Herzlichen Dank für das Present. Nach der halben Weltreise ist es gut angekommen. Es liegt auch bereits bei uns im Badezimmer und der Duft ist sensationell. Nochmal alles Gute zur Geburt des Glückskindes.


von yeah bis grmph

Dienstag 5. August 2008

die gute nachricht: nach 6 wochen haben wir endlich eine schimmelfreie, funktionstüchtige, nicht mehr tropfende,  keine elektrischen schläge mehr verteilende küche. irgendein elektriker hatte ein paar kabel vertauscht und ich deswegen an ofen und kühlschrank eine gewischt bekommen.

unsere aus alten holzbalken gebauten pflanzenbeete sind fertig. sägen, bohren und schrauben bei 40+ grad celsius machen ziemlich fertig.

seit der nachbar, mit dem wir uns wlan teilen, vom ersten stock ins erdgeschoss gezogen ist, gibt es empfang nur noch im flur und einem bestimmten winkel auf dem sofa. (das hat die katze ausgenutzt und liegt gerade auf dem linken arm. deswegen nur kleinbuchstaben).
so bringt bloggen keinen spaß.
und arbeiten auch nicht, wenn man für die internet recherche immer den schlepptop in den flur tragen muss.

heute hat zum zweiten mal innerhalb weniger wochen meinen wagen angefahren. nur ein kleiner blechschaden, nervt aber trotzdem. in dubai ist man bei einem unfall verpflichtet, die polizei zu rufen und auf die beamten zu warten. das kann, je nach unfallschwere, zahl der beteiligten autos und wagentyp (auch danach wird man am telefon gefragt) und tageszeit über eine stunde dauern. oder man fährt zu einer der wenigen, aber immer weit entfernten polizeistationen und regelt das dort. meist entscheidet der polizist auch gleich, wer schuld hat. bekommt man am ende einen roten wisch, ist man der böse.

ich müsste eigentlich arbeiten, aber die katze…

im nachbarhaus lebt eine recht große und eigentlich recht liebe katze. nur wenn sie unsere madame sieht, wird die wild und lässt sich nicht mal durch leichte schläge mit einem bambusrohr von der jagd abhalten. dafür maunzt sie aber schon mal die halbe nacht vorm fenster. mistvieh.