Die schreckliche Jumeirah Jane

Es gibt einen Typ Dubai-Bewohner, der Frau A. und mir seit einiger Zeit immer mehr auf den Keks geht. Dabei handelt es sich nicht um autofahrende Araber oder inkompetente Inder (diese Alliterationen waren nicht beabsichtigt, passen aber leider). Seit die Ferien vorbei sind, blockiert dieser Typ die Straßen vor den Grundschulen und Colleges der Stadt, um direkt vor dem Eingang die kleinen Gören auszuladen, egal, ob sich dadurch ein Rückstau bis in die nächste Stadt bildet. Anschließend wird ordentlich Gas gegeben – trotz Tempobegrenzung kann man hier ruhig schnell fahren, denn kein Kind wird hier je über eine Straße gehen, Dank der fürsorglichen ich-fahr-dich-bis-vor-die-Tür-Muttis.

Dieser Typ Dubai-Bewohner, besser Bewohnerin, ist meist blond, blass und britisch. Fährt ein dickes Auto, dass der Ehemann erarbeitet und in dem die ganze Fußball-Nationalmannschaft der VAE bequem Platz finden würde. Der natürliche Lebensraum dieser Spezies sind die Stadtteile Jumeirah 1,2 und 3, mit vielen großen Villen und grünen Gärten. seit unserem Umzug leben wir praktisch mitten drin, auch wenn unser Stadtteil nicht so einen schönen Namen hat.

Aber Jumeirah Jane, so heißt dieser Typus nämlich, hat nicht nur ein für ihre Bedürfnisse (und Einparktalente) völlig überdimensioniertes (Zweit-)Auto, was schon die Vermutung nahelegt, dass  sie ihr gesamtes in Europa angesammeltes Umweltbewusstsein mit dem Umzug nach Dubai wieder abgeschüttelt hat, wie eine lästige Klette. Jumeirah Jane lässt sich die in viele Plastiktüten verteilten Supermarkt-Einkäufe gerne vom Personal zum Auto schieben, das meist nur wenige Meter vom Ausgang entfernt steht.

Mittags trifft sie sich mit anderen Janes im Cafe, um bei einem Caffee Latte darüber zu klagen, wie anstrengend es doch ist, eine Jane zu sein, während im Hintergrund das phillipinische Hausmädchen den Kinderwagen bewacht – ohne, dass sie etwas zu essen oder trinken bekommt.

Jumeirah Jane ist eine dusselige Schnepfe, die zu blöd ist, zu merken, dass sie keinesfalls etwas Besseres ist, bloß weil sie sich einen teuren materialistischen Lifestyle leistet, den ganz nebenbei ihr Mann ihr ermöglicht. Kindererziehung und Haushalt sind keine leichte Sache, aber wenn das Hausmädchen die eigenliche Arbeit macht und dafür auch noch gnadenlos unterbezahlt wird, wozu braucht man dann eigentlich noch Jane? Wichtig ist, dass Jane sich für etwas Besseres hält, und sich daher das Recht herausnimmt, allen anderen auf die Nerven zu gehen.

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