Schietwetter!

Donnerstag 27. November 2008

Es ist schon gemein. Da freut man sich im Rahmen des Deutsch-Arabischen Literaturforums am Ende eines langen touristischen Programms auf eine Theatervorführung und anschließendem Dinner unter freiem  Himmel – und dann regnet es.
In Dubai.
Nicht nur ein paar Tropfen.
Das Stück wurde unterbrochen, das Essen fiel völlig aus. 
Ich musste hungrig ins Bett.

rain

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600 Meter im freien Fall

Montag 24. November 2008

Vor einigen Monaten schlichen sich zwei BASE-jumper auf die Baustelle des Burj Dubai, ging nach oben  – und sprang mit einem Fallschirm herunter. Der gute Mann, ein Brite, wurde anschließend festgenommen, verbrachte einige Wochen in U-Haft und musste danach das Land verlassen. Sein Komplize, ein Franzose, wurde schon vor dem Sprung geschnappt.

Der Franzose war aber nicht zum ersten Mal auf dem Turm. Kurz zuvor war er mit einem anderen BASE-jumper ob – und beiden gelang der große Sprung. Unter folgendem Link findet sich ein Video des BASE-Jumps, in dem die beiden Springer auch etwas über die Vorbereitung erzählen. Besonders lustig inde ich, dass sie an den Wachleuten vorbeikamen, weil sie Helme trugen und aussahen wie westliche Ingenieure. Da ist was Wahres dran, denn wenn man nur so aussieht, als gehörte man dorthin, macht so mancher Wachmann in Dubai schnell Tür und Tor auf.

http://current.com/items/89546563/world_record_base_jump.htm


Film-Premiere

Mittwoch 19. November 2008

Unangenehme Gerüche und schlechte Filme waren die Hauptgründe, warum ich noch nie ein Kino Dubais betreten habe. Meist sind die Dinger in einer der Shopping-Malls untergebracht, haben mindestens ein Dutzend Säle, es stinkt penetrant nach Popcorn, die Filme sind reinster US-Mainstream oder indische Produktionen, vermutlich mit viel Herzschmerz, Musik und Getanz. Außerdem, haben mir Kinogänger versichert, seien die vielen Emiratis am Eingang ein sicherer Garant dafür, dass im Saal ständig Telefone klingeln würden und Gespräche dann halt beim laufenden Film stattfinden. Brrrr!

Nun, heute war Premiere für uns. Aus einer Laune heraus wollten wir den neuen Bond sehen und haben uns für das nächstgelegene Kino entschieden. Das Metroplex läge sogar in Gehweite, wäre da nicht die Sheihkh Zayed Road dazwischen und noch eine vierspurige Schnellstraße, die beide nicht legal und ohne lebensgefährliche „chicken runs“ überquert werden können. Aber immerhin hat die Fahrt nur vier Minuten gedauert.

Das Kino hat nur ein halbes Dutzend Säle und gehört keiner Mall an. Daneben steht noch ein älteres Hotel, das war’s. Entsprechend leer und gemütlich ging es im Foyer zu – wir waren praktisch allein. Holten unsere Tickets, zwei Karten für insgesamt 14 Euro, ich hatte es teurer befürchtet und gingen durch verwinkelte Gänge mit Marmorboden in Saal 3. Nachdem wir mehrfach fragen mussten, denn eine erkennbare Ausschilderung gab es nicht.

Außer uns waren nur fünf andere Zuschauer in dem großen Saal, was die Wahl der Plätze vereinfachte. Wir kamen nur fünf Minuten nach dem planmäßigen Beginn des Films rein und hatten schon den Vorspann zur Hälfte verpasst – ich hatte eigentlich einen Werbemarathon wie in Deutschland erwartet.

Ach ja, geklingelt haben die Handys zwei Mal. Hochgerechnet auf einen vollbesetzten Saal wäre das die Hölle geworden.


Wochenendabwasch

Montag 17. November 2008

Die vergangenen Tage hatten volles Programm:

– Nach fantastischen Erfolgen am Computer habe ich zum ersten Mal einen echten Golfschläger in die Hand genommen. Bringt noch mehr spaß und wird fortgeführt.

– Wir haben uns kurz das monströse Hotel Atlantis The Palm Jumeirah angeschaut, zumindest ich konnte mich aber für pastellbuntes Innendesign mit kitschigen Meeresmotiven nicht so recht erwären. Das Aquarium zumindest war recht beeindruckend, ist aber für mich kein Grund, wiederzukommen. Nebenbei: An dem Tag war es neblig und windig in Dubai, nachts hat es sogar geregnet.

– Wir haben entschieden zuviel Jack Bauer dabei zugeschaut, wie er die Welt rettet. Augenringe zur Strafe.

– Ich habe mich gigantisch über den örtlichen Telekom-anbieter Etisalat geärgert, weil meine heimische Internetverbindung ständig zusammen bricht. Vielleicht liegts auch am Router meines Vermieters. Wahrscheinlich beides.

– Vor allem aber habe ich etwas Neues ausprobiert und mit Bild und Ton experimentiert. Das Ergebnis ist noch nicht perfekt und mit 5 Mb auch etwas groß, hat aber sehr viel Spaß gemacht (das Event und dieser Bericht). Da ich noch nicht herausgefunden habe, wie man die Sache richtig einbindet, einfach auf den Link oder das Bild klicken.

Camel Polo

03


Dubais neuester Shopping-Schuppen

Samstag 8. November 2008

Es ist so leicht, sich ins Gespräch zu bringen: einfach etwas bauen, das in irgendeiner Form einen messbaren Rekord enthält, also größer, hoher, teurer, tiefer, länger als alles bisher Dagewesene ist.

Mit der Dubai Mall hat man sich wieder ein paar Superlative mehr an den Persischen Golf geholt: den Rekord für das größte Einkaufszentrum der Welt (eine Fläche von rund einer Million Quadratmetern, die Hälfte davon ist Verkaufsfläche, 14.000 Parkplätze)  und den für das größte Aquarium.

Vergangene Woche hat die Dubai Mall eröffnet, nachdem der  eigentliche Termin, 24. Oktober, nicht eingehalten werden konnte. Fertig ist der Bau aber trotzdem noch nicht. Außen stehen noch einige Baugerüste, Kräne und schweres Gerät, im Inneren verraten unzählige Bretterwände, dass bisher erst rund die Hälfte der 1200 Läden fertig ist. Auf die Cineplex-Anlage, eine der größten im Nahen Osten, die Sega-Republic oder aber zwei Kaufhäuser muss man noch bis 2009/2010 warten.

Der erste Eindruck, wenn man vor der Mall steht: sieht unspektakulär aus.

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Hoffentlich lag es nur daran, dass wir von der falschen Seite kamen und als Fußgänger unterwegs waren. Denn Dubais neuster Shoppingtempel steht dicht am Burj Dubai und im Herzen des Neubaugebiets The Old Town, dessen Wohn- und Hotelanlagen von traditioneller arabischer Baukultur inspierert sind (das wird demnächst ein eigener Post). Entsprechend würde man erwarten, dass die neue Mall auch die Belange der wortwörtlichen Laufkundschaft berücksichtigt. Wir mussten allerdings an einem riesigen Parkhaus vorbeilaufen, ehe wir ins Innere gehen konnten. Mangels eines Eingangs sind wir durch eine Einfahrt in die Mall gegangen, was vielleicht ein Fehler war, denn die ersten Meter hatten in etwa den Charme einer unterirdischen Hauptbahnhofs-Passage:

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Auf der Rolltreppe nach oben bekamen wir plötzlich Probleme, uns zu unterhalten. Das lag nicht nur am relativ lauten Laufwerk, sondern an der hundertfachen Stimmenkakophonie, die sich an Marmor und Glas widerhallt. Diese Mall ist laut.

Im Zentrum der Mall ist eben jenes weltgrößte Aquarium, das insgesamt 7500 Kubikmeter groß ist und in dem 33000 Tiere leben sollen. Im Vorfeld war bekannt wurden, dass die ursprünglich rund 400 Haifische sich bereits um ein Zehntel reduziert haben, weil sie sich gegenseitig auffraßen.

Einen genauen Blick auf das Aquarium konnte ich nicht werfen – es war zu voll. Aber auf dem Foto erkennt man rechts einen großen Rochen. Und sieht, dass noch nicht sehr viele Pflanzen wachsen.

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Was man von diesem Spektakel halten soll, bei dem die Unterwasserwelt zusammengepfercht wird, nur damit möglichst viele Leute hierher kommen? Es gibt wohl einen Bereich, in dem man etwas über die Fische lernen kann. Gesehen habe ich ihn noch nicht, es würde mich aber nicht überraschen, wenn diese Lehrfunktion eher ein Feigenblatt für den rein kommerziellen Ansatz des Aquariums ist.

Wir haben es nicht lange in der Mall ausgehalten: zu laut und zu uninspiriert. Die gesehene Architektur ist recht einfallslos, die meisten Läden hat man auch schon in anderen Einkaufszentren Dubais gesehen. Gleiches gilt auch für die Gastronomie: Starbucks und Konsorten wohin man schaut, den Food Court musste ich zum Glück nicht besuchen . Gut, das Eislauf-Stadium ist wohl einzigartig, aber spricht mich trotzdem nicht an.

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Mir ist die Mall schlicht zu groß, ohne dass ich außer platten Füßen etwas davon hätte. Vier Stockwerke, 1200 Läden, wer braucht so viel, wer will da wirklich durchschlendern?

Mit Sicherheit wird es auch Leute geben, denen die Mall gefällt, die hier noch besser shoppen können als in anderen Malls oder die sich freuen, zum ersten Mal im Leben einen lebendigen Fisch zu sehen oder auf Kufen zu stehen. Mir reicht das nicht für ein schönes Einkaufserlebnis.

Es ist relativ einfach, einen Weltrekord in Höher, Größer, Länger aufzustellen. Beispiele dafür hat Dubai mittlerweile genug. Wesentlich schwieriger ist es, das weltbeste Irgendetwas zu bauen. Schiere Größe ist oft geradezu unvereinbar mit höchster Qualität. Auch davon hat Dubai genug Beispiele. Die neue Mall macht da leider keine Ausnahme.

Nachtrag: Etwas positiver urteilt das Dubaiblog nach einem Rundgang durch die Mall.


Kulturschock

Samstag 8. November 2008

von Frau A.

Als wir gestern im Baumarkt shoppen gewesen sind, mußte ich ersteinmal tief durchatmen. Direkt am Eingang waren alle möglichen Weihnachtsartikel aufgetischt. Und das war erst der Anfang . Im Baumarkt selber, konnte man von künstlichen Äpfel bis Weihnachtskugeln alles finden. Noch nicht mal in einem arabischen Land hat man Ruhe davor.

ace-baumarkt


Rezept für Pfauenbraten

Samstag 8. November 2008

von Frau A.

Danke Frau K. Ich hatte auch schon nach einem Rezept bei uns im Büro herum gefragt, aber alle haben mich ein wenig verständnislos angeschaut.

Der Pfau hat meine gesamten Tomaten und Zitronen hand aufsucht verspeist. Alles aus den Kernen meines Biogemüses selber gezogen.

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