Film-Premiere

Unangenehme Gerüche und schlechte Filme waren die Hauptgründe, warum ich noch nie ein Kino Dubais betreten habe. Meist sind die Dinger in einer der Shopping-Malls untergebracht, haben mindestens ein Dutzend Säle, es stinkt penetrant nach Popcorn, die Filme sind reinster US-Mainstream oder indische Produktionen, vermutlich mit viel Herzschmerz, Musik und Getanz. Außerdem, haben mir Kinogänger versichert, seien die vielen Emiratis am Eingang ein sicherer Garant dafür, dass im Saal ständig Telefone klingeln würden und Gespräche dann halt beim laufenden Film stattfinden. Brrrr!

Nun, heute war Premiere für uns. Aus einer Laune heraus wollten wir den neuen Bond sehen und haben uns für das nächstgelegene Kino entschieden. Das Metroplex läge sogar in Gehweite, wäre da nicht die Sheihkh Zayed Road dazwischen und noch eine vierspurige Schnellstraße, die beide nicht legal und ohne lebensgefährliche „chicken runs“ überquert werden können. Aber immerhin hat die Fahrt nur vier Minuten gedauert.

Das Kino hat nur ein halbes Dutzend Säle und gehört keiner Mall an. Daneben steht noch ein älteres Hotel, das war’s. Entsprechend leer und gemütlich ging es im Foyer zu – wir waren praktisch allein. Holten unsere Tickets, zwei Karten für insgesamt 14 Euro, ich hatte es teurer befürchtet und gingen durch verwinkelte Gänge mit Marmorboden in Saal 3. Nachdem wir mehrfach fragen mussten, denn eine erkennbare Ausschilderung gab es nicht.

Außer uns waren nur fünf andere Zuschauer in dem großen Saal, was die Wahl der Plätze vereinfachte. Wir kamen nur fünf Minuten nach dem planmäßigen Beginn des Films rein und hatten schon den Vorspann zur Hälfte verpasst – ich hatte eigentlich einen Werbemarathon wie in Deutschland erwartet.

Ach ja, geklingelt haben die Handys zwei Mal. Hochgerechnet auf einen vollbesetzten Saal wäre das die Hölle geworden.

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