Am Ende eines langen Tages…

Dienstag 30. November 2010

… sehen Frau A. und der kleine Herr A. meist so aus. Als nicht-stillender Elternteil kann ich mir die mit der Milchproduktion und -aufnahme verbundenen Anstrengungen nicht recht vorstellen. Aber ich denke, meine paar fehlenden Stunden Schlaf sind das reinste Ponyschlecken dagegen. Respekt. Euch beiden.


Waschen, wickeln, massieren

Samstag 27. November 2010

Vielleicht sollte ich mir diesen selbstgebauten Wickeltisch patentieren lassen. Der normale Massagegang scheint dem kleinen Herrn A. jedenfalls gut zu gefallen. Den Schleudergang haben wir – noch – nicht ausprobiert. Angst habe ich aber keine, denn die Konstruktion sitzt fest auf der Waschmaschine, ist aber trotzdem gegen starke Vibrationen geschützt. Die Kosten für das Material lagen deutlich unter denen für einen gekauften Tisch. Und ein halber Tag Bastelarbeit ist auch nicht zuviel. Demnächst werde ich an der Vorderseite  eine Seitenwand anbringen, die sich herunterklappen lässt. Dann kann Baby nicht mehr herunterfallen und man bekommt zusätzlichen Platz, wenn das Kind größer wird.

 


Winteranfang

Donnerstag 25. November 2010

Mann, war ich heute morgen um 4.45 Uhr froh, dass ich zum neuen Auto auch gleich einen Eiskratzer gekauft habe…

… und vorhin am Bahnhof konnte ich das Ding gleich wieder als Schneefeger benutzen.


Sechs Tage Papa

Sonntag 21. November 2010

Die erste Woche als Vater habe jetzt hinter mir – und endlich habe ich mal Zeit für eine kurze Verschnaufpause und kann einen ersten Erfahrungsbericht abgeben.Frau A. legt übrigens Wert auf die Feststellung, dass für sie die Wehen, die am vergangenen Sonntagnachmittag begannen und gegen 20 Uhr so anstrengend wurden, dass wir in die Klink gefahren sind, weit weniger spannend waren als für Herrn A., sondern ziemlich schmerzhaft und anstrengend.  Das wurde natürlich im Krankenhaus während der sechsstündigen Geburtsphase nicht besser, sondern erst erträglich, als der Anästesist eine PDA legte. (Jetzt mal ein bisschen Eigenlob für mich: Dabei wollte er mich rausschicken, aber  ich war zu neugierig, um Kaffee trinken zu gehen. Zwar konnte ich nicht sehen, wie der Anästesist hinten im Rücken von Frau A. rumstocherte, weil ich vorne damit beschäftigt war, ihr Beistand zu geben. Aber interessant war es trotzdem. Auch die letzte Viertelstunde der Geburt war überraschend unblutig. Bei den letzten Presswehen konnte ich genau sehen, wie immer etwas mehr Köpfchen unten herauskam, dann war der kleine Herr A. plötzlich da. Während die Hebamme noch die Nachgeburt rausprökelte, hatte ich nur noch Augen, Ohren, Herz und Seele beim Kind und der Mutter. Keine Spur von Unwohlsein oder Ohnmacht. Mich musste die Hebamme sogar mehrfach auffordern, doch endlich mal die Nabelschnur durchzuschneiden, so beschäftigt war ich. Und als sie uns dann unbedingt die Plazenta zeigen wollte, habe ich auch hingeschaut – so eklig ist das gar nicht. Erinnert ein wenig an eine Pizza mit gehackter Leber. Lobhudel-Exkurs Ende)

Das Meiste von dem, was so über die frische Elternschaft erzählt wird, stimmt: Wir  müssen jetzt  mit wenig Schlaf auskommen (Frau A. naturgegebenermaßen mit weniger als ich), haben kaum Zeit zum Essen, Duschen oder Umziehen  und sind Dauergäste im Badezimmer, wo der provisorische Wickeltisch in die Badewanne geklemmt ist.

Aber trotz der Augenringe und Bartstoppeln (nur bei mir natürlich) sind wir glücklich. Der kleine Herr A. ist so ein braver Bengel, der viel schläft und gelegentlich sogar schon lächelt. Wickeln mag er meist gar nicht, aber wer möchte schon mit einem nassen Lappen am Popo herumgewischt bekommen, wenn er vorher gerade gemütlich geschlafen hat?

Es ist schon faszinierend, dem Kleinen zuzusehen. Wäre der kleine Herr A. ein Computer, dann wäre sein „Betriebssystem“ jetzt ungefähr auf dem Stand von DOS 1.1 – und damit muss er nicht nur alle Grundfunktionen wie Dauerbetrieb (Herzschlag&Atmen), Systemmeldungen (Mimik) und Soundwiedergabe (Schreien&Schnalzen) erfüllen, sondern auch so schwierige Prozesse wie Festplattenreinigung (Windel vollmachen), Virenscanner (Niesen, Spucken & Bäuerchen), Spracherkennung („Da ist ja der kleine Herr A. …!) und visuelle Erfassung (Hell/Dunkel- und Mama/Papa-Unterscheidung) abarbeiten. Eigentlich kaum vorstellbar.

Und die Energieversorgung nicht zu vergessen:  Gestillt zu werden ist ja für ihn ungefähr so selbstverständlich wie  einen Space Shuttle an der Raumstation ISS andocken – ohne Astronautenausbildung, ohne Ahnung warum er eigentlich fliegen soll oder wozu die Schalter und die große Andockwarze vor ihm gut sein sollen. Er weiß nur, dass er trinken möchte. Sofort. Dafür macht er seine Sache schon sehr gut, auch wenn er nicht in jeder Lage sofort eine Punktlandung macht, sondern gelegentlich lieber an der „Andockstation“ herumspielt. Was die Stationsleiterin natürlich nicht immer lustig findet.

Ist es eigentlich normal für ein 6 Tage altes Baby, dass es schon den Kopf alleine drehen kann und mich mit den Augen verfolgt? Dass es außer dem „Buääääähhhh!“-Gesicht auch schon die „Denkerstirn“, „Schmollmund“, „Gähnen“, zufriedenes Lächeln, erstauntes Gesicht und natürlich die entspannte Mimik drauf hat? Oder bildet sich der stolze Papa das alles nur ein?


A-Team proudly presents: Der kleine Herr A.

Dienstag 16. November 2010

Als der kleine Herr A. gemeinsam mit Mama und Papa am Sonntag Fernsehen schaute, könnte er gedacht haben: Hmm, wenn der Vettel heute tatsächlich Weltmeister wird, muss ich mich ja beeilen, um noch ein Weltmeister-Kind zu werden. Wenigstens in der Formel-1 wenn schon nicht  im Fußball. Dachte es, und startete mit den Wehen.

Bis zum Abend hatte er dann schon einige Runden gedreht, fuhr aber noch mit  der angezogenen Handbremse in Frau A’s Unterleib herum. Gegen 21 Uhr beschlossen seine Eltern dann, den Endspurt doch lieber einen Boxenstop im Krankenhaus einzulegen und den Rest des Rennens von dort zu verfolgen. Mit jeder Runde fuhr er heftiger und stellte einige  neue Rekorde in seiner Altersklasse auf.

Gegen 3.04 Uhr Uhr am Montagmorgen rutschte der kleine Herr A. über die Ziellinie und das Rennen war gelaufen. Nahezu unfallfrei hatten er sowie Frau A. den Abend verbracht. Echt weltmeisterlich.

 


Warten, nichts als warten

Freitag 12. November 2010

Die Tage plätschern so vor sich hin. Noch gibt der kleine Herr A. keinerlei Hinweise, dass er demnächst vorhat, zu uns zu kommen. Also warten wir weiter in unserem temporären Quartier in Hamburg, stehen spät auf, frühstücken spät, lesen auf dem Sofa, bestellen Essen beim Griechen, computern, lesen, schauen fern, schlafen.

Wind und Wetter laden momentan nicht zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Aber Frau A. würde ohnehin kaum mehr als 50 Meter schaffen. Dafür lohnt sich der Aufwand mit Anziehen ohnehin nicht.

Gerade hatten wir noch Besuch. Aus Dubai. Es ist schön, solche Nachmittage uneingeschränkt genießen zu können und sich noch ein bisschen auszuruhen für den großen Tag. Der errechnete Termin ist erst in 12 Tagen, also haben wir – statistisch – noch fast eine Woche, bevor der kleine Herr A. frühestens kommen würde. Das Bauchgefühl sagt aber: solange müssen wir nicht warten.

Also warten wir weiter…