Trauern in Dubai

Freitag 2. April 2010

Am 30. März wurde die Leiche von Scheich Ahmed Bin Zayed Al Nahyan ist tot. Der Halbbruder des Herrschers von Abu Dhabi wurde seit dem 26. März vermisst, nachdem er mit einem Segelflugzeug in Marokko über einem Stausee abgestürzt war. Der Pilot konnte lebend gerettet werden, die  Leiche des Scheichs wurde  erst nach einige Tagen später geborgen. Mein Mitgefühl angesichts dieses Verlusts gilt natürlich der Familie. Auch wirtschaftlich ist der Tod von Scheich Achmed eine Tragödie, denn er war Managing Director der Abu Dhabi Investmentbehörde (ADIA).  ADIA gilt als einer der größten Staatsfonds der Welt. Das verwaltete Vermögen wird auf über 500 Milliarden Euro geschätzt.

Nach Bekanntwerden des Todes wurde im ganzen Land eine dreitägige Staatstrauer angeordnet: Flaggen stehen auf Halbmast und Veranstaltungen wurden abgesagt. Alle in meinem Autoradio gespeicherten Sender (alle englischsprachig) spielten in diesen drei Tagen entweder Klassik oder Panflötenmusik (nur auf einem Sender mit einer eher jugendlichen Zielgruppe lief am ersten Tag so eine Art „Soft-Techno“, das hat sich aber auch geändert), während die lokalen Fernsehsender ununterbrochen Koranverse einblenden, sogar mit englischen Untertiteln.

Es gibt keinen Anlass, sich über diese staatlich verordnete Gedenkenszeit und die öffentlichen Auswirkungen lustig zu machen. Ich finde es bemerkenswert. Bemerkenswert ruhig. Es hat natürlich mit der Staatsform zu tun, dass die Sender und Zeitungen nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen (können). Scheich Ahmed hatte kein politisches Amt inne und mied auch eher die Öffentlichkeit – er war „nur“ der Halbbruder des Herrschers und trotzdem wird drei Tage lang offiziell getrauert. Bei welchen Personen in Deutschland wäre dies der Fall?

Auch wenn die eher mollartige Musik nicht unbedingt stimmungsfördernd ist, gefällt sie mir besser als die hysterische Berichterstattung, die in Deutschland losbricht. UNd zwar schon bei wesentlich unwichtigeren Anlässen (Schneechaos im Januar etwa). Specials  und Sondersendungen rund um die Uhr, Extraseiten in epischen Umfängen, alle anderen Nachrichten werden verdrängt – und doch erfährt man dort nicht wirklich etwas Neues. Oder war die Berichterstattung nach dem Freitod von Jürgen Möllemann oder Robert Enke wirklich a) in diesem Umfan wirklich nötig, und b) irgendwie hilfreich?

P.S.: Frohe Ostern.


Ein schöner Tag…

Dienstag 19. Mai 2009

19.05.2009


Ruhephase

Mittwoch 8. April 2009

Hier im Blog ist es recht ruhig geworden in letzter Zeit. Der Grund dafür liegt in einer Mischung aus „keine Zeit, wegen zuviel zu tun“ und „nix zu schreiben, wegen zuwenig Input“. Mit anderen Worten: das Leben verlauft derzeit etwas monoton vor sich hin, es gibt wenige Highlights, aber zum Glück auch keine wirklichen Tiefpunkte. Vor allem gibt es nichts Neues. Ja, gelegentlich regnets hier, aber fällt mir kaum noch auf. Beruflich läuft es seitwärts. Das Verkehrschaos ist etwas besser geworden, seit immer mehr Leute die Stadt verlassen (mussten). In den Zeitungen steht immer noch soviel Schrott, dass ich jeden Morgen das Gesicht schmerzhaft verziehen muss. Und Erfolge beim Golfspielen sind etwas spärlicher geworden, seit ich die Bälle treffe – mit dem genau Zielen klappt’s dagegen  noch nicht so.

Das Phänomen nennt sich Alltag, glaube ich. Dazu kommt eine gewisse Unzufriedenheit über die derzeitige wirtschaftliche Situation in Dubai. Mir ist klar, dass unser deutscher und der dubaianischer Freundeskreis sich nicht wirklich vergleichen lassen, weil er daheim bunt gemischt ist und hier zu  einem großen Teil aus Architekten und Journalisten besteh. Aber aus Deutschland habe ich bisher nicht eine Hiobsbotschaft vernommen, im Gegenteil: Manche Freunde wechseln sogar momentan scheinbar problemlos ihren Job.  In Dubai sieht es dagegen schon ziemlich übel aus: Mehr als ein Freund stand plötzlich ohne Job da und muss in der Kahlschlagphase noch woanders unterschlüpfen. Verbessert die Stimmung nicht unbedingt.

Wenn ich übrigens „Genervt von der Welt“ bei Google eingebe, taucht als erster Treffer ein Artikel bei welt.de auf – Das gefällt mir.

Eine richtig überzeugende Lösung gegen Blogunlust ist mir bisher nicht über die Tastatur gelaufen, deswegen wird es wohl noch eine Weile ruhig zugehen hier. Mir fehlt etwas die Inspiration. Es sei denn, einer der Mitleser hat eine konkrete Frage, die er/sie/es schon immer über Dubai beantwortet haben wollte.


Lebenszeichen

Mittwoch 4. Februar 2009

Mir geht es gut. Ich hatte nur keine Lust zu schreiben. Das warum folgt später. Sitze gerade im 360, einer Bar auf einer Mole im Persischen Golf. Der DJ spielt chilliges und ich betrinke mich. Und werde auch noch dafür bezahlt. So schön kann Leben sein.Wenn es nur nicht so scheißkalt wäre, hier draußen. Winter in Dubai ist auch nicht immer das, wofür man es hält.

Bisher dabei:

Long Island Ice Tea
Cosmopolitan (yep, Cosmo is baldy missed here)
Bullfrog (irgendwas mit Blue Curacao und sechs Sorten Alkohol (Good Night, dingdingding))

(Alle rechtschreibfehler gehen auf die amerikanisch-arabische tastatur)


Sonntag 14. Dezember 2008

Habe ich schon erwähnt, dass ich Erkältungen hasse!? Der Kopf wird weich und aus der Nase läuft bereits die erste Hirnmasse aus. Man denkt langsamer und viel dummes Zeug. Lesen wird irgendwann zu anstrengend, TV zu langweilig (die fünfte Staffel von „24“ auf DVD wird nur in Anwesenheit von Frau A. weiterverfolgt), bleibt nur dem Computer.

Es heißt, ja, dass kurz vor dem Tod, das gesamte Leben noch mal vor dem inneren Auge vorbeizieht. So gesehen, ist eine Erkältung vielleicht die kleine Schwester. Denn ich werde immer sentimental und google nach Sachen aus meiner Kindheit und Jugend: Freunde, Gegenstände, Computerspiele. Kennt noch jemand „Agent USA“ aus den 80er Jahren. Herrje ist die Grafik mies und heute kaum noch erträglich, aber spaß bringt es trotzdem. So etwa eine halbe Stunde lang.


Heute: Kathmandu

Dienstag 9. Dezember 2008

Nach drei internetlosen Tagen in Kathmandu, Nepal, endlich Zeit f[er ein kleines update. Abgesehen von den staendigen Stromabschaltungen um Energie zu sparen und dem GEstank von Motore, Dreck und Exkrementen in den engen Gassender Innenstadt gefaellt das alles sehr gut. Schoene Natur, viele schoene alte Tempel, nette Menschen.

Morgen geht es zurueck, dann gibts auch irgendwannBilder und Texte.


Gedankennebel

Donnerstag 6. November 2008

Zwischenfrage: Kann mir jemand erklären, warum der halbe Tag schon wieder rum ist, obwohl ich noch nicht einmal richtig wach bin?

Und: Kennt jemand ein gutes Rezept für Pfauen-Braten mit Tomate und Zitrone? Das olle Mistvieh hat die von Frau A. liebevoll aus Kernen gezogenen Pflänzchen einfach aufgefressen!

Gleiche Meinung, anderes Thema: Alle Emiratis und Expats sind aufgefordert, sich bis Ende des Jahres für eine „National ID Card“ zu registrieren. Allein 200.000 Locals haben dies noch nicht gemacht und vermutlich einige Hunderttausend Ausländer ebenfalls noch nicht. Wie auch, wenn der Server von http://www.emiratesid.ae ständig in die Knie geht?