Schluss mit Warten

Mittwoch 21. April 2010

Wie praktisch. Heute wurde das Flugverbot aufgehoben, auf heute hatte ich meinen ursprünglich für Sonntag geplanten Rückflug umgebucht. Die durch Vulkanasche bedingte Warterei hat sich gelohnt. Denn eigentlich hätte ich erst früh morgens den Zug nach Düsseldorf nehmen müssen, um dann dort in den ausgebuchten Flieger nach Dubai einzusteigen. Durch die Umbuchung fliege ich bequem ab Hamburg und konnte mir durch meine angesammelten Meilen punktgenau ein Upgrade in die Business Class gönnen. Eben war ich der erste Besucher der Lounge am Flughafen und konnte durch das Fenster beobachten, wie ein Airbus A380 in Lufthansa-Farben zweimal über dem Flughafen kreiste. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht will er zur Airbus-Werft nach Finkenwerder, vielleicht hat er sich verflogen. Gleich stürme ich das Buffet und die Bar, lese ein bisschen Zeitung und steige dann am nachmittag in den Flieger. Hamburg war (wieder einmal) wunderschön, fünf Runden Golf in einer Woche sind mein neuer Rekord. Aber nun reicht es auch erst einmal mit Sonne und kaltem Wind. Jetzt muss ich mich wieder aufwärmen. Bis August. Dann gibts wieder Urlaub hier.

Hier ein Foto aus dem hinteren Teil der Lounge, aufgenommen mit der Laptop-Webcam.


Asche über meinem Haupt

Samstag 17. April 2010

Vor zehn Tagen bin ich mitten im deutschen Frühling gelandet. Der erste Nachmittag in Düsseldorf war mild und sonnig. So kann man einen Spaziergang durch die Stadt bis zur Rheinuferpromenade (und zurück) genießen. Auch wenn es die Düsseldorfer nicht gerne hören (und sicherlich auch anderer Meinung sind): Abgesehen von dem Gebiet zwischen Kö und Rheinufer finde ich die Stadt nicht sonderlich schön. Schön im Sinne von ansehnlicher Architektur, gepflegten Straßen und freundlichen Currywurst-Verkäufern. Trotzdem gefällt mir diese Stadt irgendwie. Aber ausgerechnet als ich eines Morgens eine Partie Golf spielen wollte, war es wolkig, windig und nass – Dank der grandiosen Aussicht auf den Rhein und die dahingleitenden Binnenschiffe habe ich auch diese Zeit genossen (an meinem Spielergebnis konnte ich mich dagegen nicht so recht erwärmen).

Ein paar Tage später in Hamburg das gleiche Bild. Es grünt überall, meist scheint die Sonne, auch wenn es hier doch eine Spur windiger ist.  Bei Sonne an der Binnenalster entlangschlendern – mal ehrlich, es gibt doch kaum was schöneres.

Deutschland zeigt sich mir von der besten Seite und würde mich wohl gerne daheim behalten. Danach sieht es momentan auch aus. Eigentlich müsste ich morgen wieder zurück nach Dubai, aber die Aschewolken des Eyjafjallajökull-Vulkans haben mir einen Strich durch den Flugplan gemacht. Der Flug wurde vor 30 Minuten annuliert. Wann es wo und wie weitergeht, weiß ich derzeit nicht, da es kein Durchkommen zum Callcenter gibt. Zur Not nehme ich irgendwann den Bus nach Athen und fliege von dort. Griechenland wollte ich schon immer mal anschauen.


Hamburg beim Regen

Samstag 29. August 2009

Samstagabend in Hamburg. Es regnet. Mir fehlt die Lust für Unternehmungen, deshalb sitze ich im Arbeitszimmer meines Gastgebers (in meinem Zimmer gibt es leider keinen Zugang) und lasse kurz ein paar Gedanken raus:

Ist mir früher nie so aufgefallen, aber ich sehe in den Gärten „meines“ Stadtteils sehr viele Fahnenmasten in den Gärten. Meist mit dem Hamburg-Wappen oder der HSV-Raute. Ein wenig überrascht mich dieser Lokalpatriotismus der doch eigentlich sehr zurückhaltenden Hamburger.

Irgendwann verliert Regen den Reiz des (wieder) Neuen.  Die ersten Tage wurde ich mit eitel Sonnenschein empfangen und ein paar Tropfen haben da nicht gestört. Auch wenn der treue Leser A.D. möglicherweise jetzt meckert, dass ich schon wieder über Regen klage, mir hat es heute gereicht mit dem Wasser von oben.

Alles rund um die Alster ist immer noch verdammt schön. Wenn man eine Weile keine Möglichkeit hatte, sich Wasser, Bäume, Liegewiesen und schöne Häuser in dieser geballten Mischung gefallen zu lassen – dann merkt man erstmal, wie genial HH ist.

Die aggressiven Vollspacken in U-Bahnen und Bussen scheinen sich vermehrt zu haben. Vorhin hat sich ein ganzer Pulk gleich gegenüber der Bushaltestelle geprügelt. Diese Uffza-Uffza-Mucke-Hey-Digga-Was-Issen-Typen hängen mir zum Hals raus.

Frau A. war letzte Woche für 3 Tage hier und ich freue mich,  dass sie bald wieder vorbeikommt.

Hat jemand einen Tipp fürs Theater? Ich bin sowas von raus aus der Kulturszene.


Gewohnheitswetter

Samstag 15. August 2009

Sind es schon anderthalb Wochen, die ich in Hamburg bin? Kinners, vergeht die Zeit schnell, wenn man täglich acht Stunden lang bildschirmarbeitet, und dabei die Außenwelt ausblendet. Praktischerweise habe ich in meiner Bleibe keinen richtigen Internetzugang und daher zumindest abends Surfpause. Gehe abends früh ins Bett und wache sehr früh auf, weil die Sonne ungefiltert auf meinen Kopf scheinen kann.

Das wankelmütige Hamburger Wetter hat mich bisher auch nicht enttäuscht, konnte es sein Stimmung praktisch nie länger als einen halben Tag halten. Ging ich morgens im Shirt aus dem Haus, kam ich abends nass oder fröstelnd zurück. Nieselte es dagegen, sah ich am Abend als einziger Mensch mit Jacke und Schirm aus wie ein Idiot. Zum Glück bin ich aus über 30 Jahren Hamburg nichts anderes gewohnt (also das Wetter,  nicht, wie ein Idiot auszusehen).


Turbulenzen in der Luft und auf der Schiene

Mittwoch 5. März 2008

Wenn ich den ganzen Medienrummel lese, muss ich ja wohl knapp mit meinem Leben davon gekommen sein. Nur eine halbe Stunde vor Flug LH 044, der in Hamburg bei der Landung mit den Flügeln das Reifengummi von der Landebahn kratzte kam ich nämlich (mit einiger Verspätung) aus Frankfurt eingeschwebt. Gut, geschwebt ist euphemistisch, es hat schon ein bisschen geruckelt und geschaukelt bei dem böigen Wind, aber wirklich schlimm kam mir das nicht vor. Erst recht nicht im Vergleich zu meinem Flug nach Frankfurt, wo einige Passagiere neben und hinter mir den Landeanflug, na ja, zum Kotzen fanden. Im hessischen Himmel ging es nämlich ziemlich robust zu, in etwa vergleichbar mit einer flachen Achterbahn – hoch, runter, links, hoch, rechts, runter. Liegt aber wohl an meiner Begeisterung für Luftfahrt, dass mir das nicht soviel ausgemacht hat.

Während Luft keine Schienen hat, ist der Hamburger Verkehrsverbund durchaus im Besitz derselben – aber leider nicht weniger unberechenbar.

Am Sonntag wollte ich mir eine Wochenkarte für 22,50 Euro kaufen, um Geld zu sparen und nicht zu viele Erledigungen in wenige Tage quetschen zu müssen. Nun, anders als ich vermutet hatte, informierte mich das Tarif-Schild am Bahnhof darüber, dass Wochenkarten immer nur ab Montag gelten, statt am Tag des Kaufs. Nun gut, ging also die erste Tageskarte für 5,10 Euro über den Tisch.

Am Montag wollte ich dann nun aber endlich beim Busfahrer das Wochenticket erstehen. Kann ich hier nicht verkaufen, war die Antwort, gibt es nur an den Service-Stellen. Die nächste ist 5 Haltestellen entfernt. Kann ich denn bis dahin mitfahren, fragte ich. Wenn Sie kontrolliert werden, wird das teuer, sagte er. Ich legte also 1,30 Euro aufs Tischchen für einen Kurzstrecken-Ticket.

Der Service-Schalter an der U-Bahn-Station Langenhorner Markt scheint dauerhaft geschlossen, jedenfalls verweist ein Plakat auf den Zigarettenladen um die Ecke. Ob ich denn hier eine Wochenkarte bekommen könne, fragte ich die Dame, nachdem sie sich bequemt hatte, ihr SMS fertig zu tippen. Ja, schon, aber dafür bräuchte sie ein Foto von mir, sagte sie. Das sei neu, fügte sie kleinlaut hinzu, als sie sah, dass meine Gesichtszüge einen gewaltigen Satz nach unten machten. Da nützt es mir auch nichts, wenn gleich um die Ecke ein Fotoautomat steht, mit dem ich für geratene 7 Euro ei paar hässliche Bilder machen kann. Dadurch wird das Ticket fast so teuer wie sechs Tageskarten. Kann mir jemand erklären, wozu eine Wochenkarte ein Foto braucht und ein Name nicht ausreichend ist? Und kann mir jemand erklären, warum der HVV diese nicht unwesentliche Info einfach auf allen Hinweisschildern verschweigt? So eine Karte wäre ja auch für echte Touristen interessant, aber wenn die erstmal zum Fotografen stapfen müssen, sind die bestimmt auch schnell vom HVV bedient. Ich jedenfalls schon, weil ich noch eine weitere Tageskarte kaufen musste (Fotos von mir trage ich nun wirklich nicht zufällig mit mir rum) und für die nächsten Tage weitere Käufe anstehen.


Dubai hat gewählt: Grün gewinnt

Montag 25. Februar 2008

Der Hamburger Stammtisch ist heute ausnahmsweise nicht in einer schnieken Hotelbar zusammengekommen, sondern aus gegebenem Anlass in einem Privathaus mit lecker Essen und Satelliten-TV. Während im Fernsehzimmer die ersten Hochrechnungen über den Bildschirm scrollten, waren die Stimmen des Wahlbezirks Hamburg-Dubai schnell ausgezählt.

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Das Schöne daran: hier gäbe es keine komplizierten Koalitionsverhandlungen. Ginge es nach uns, könnte Christa Goetsch entspannte Koalitionsgespräche mit der SPD oder der CDU führen. Denn von den 17 abgegebenen Stimmen entfielen 6 auf Bündnis 90/Die Grünen, was satten 35,2 Prozent entspricht. CDU und SPD könnten sich mit je fünf Stimmen (29,4 %) um Koalitions- und Oppositionsbank streiten, während der FDP ein einziges Kreuz reichte, um in den Diaspora-Senat einzuziehen. Extrem links, rechts oder kleinparteilich wurde hier nicht mal im Scherz eine Stimme vergeudet. Sind wir nicht doch die besseren Hamburger?

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HSV ist Meister – zumindest in Dubai

Sonntag 13. Januar 2008

Ja, es war ein erfolgreicher Tag für die HSV-Mannen im Al Nasr-Stadion im Herzen Dubais. Mit 4:0 wurde das Team China weggeputzt. Die armen Asiaten schlichen etwas betrübt vom Platz.

Details zum Spielgeschehen kann man hier und hier nachlesen. Genauso spannend war, dass Frau A. und ich zusammen mit anderen Freunden die Spiele diesmal von der überdachten Tribüne und teilweise von den VIP-Plätzen aus gesehen haben.

Wie man das macht?

Ganz einfach: Man geht einfach am Stadioneingang an den Ordnern vorbei und grüßt freundlich. Das Turnier war so schwach besucht, dass angeblich die Anweisung gegeben wurde, keine Karten mehr zu verkaufen, sondern einfach jeden reinzulassen. Ob’s stimmt, kann ich nicht beurteilen. Bei der Taschenkontrolle rechnete ich eigentlich damit, wegen des Teleobjektivs Probleme zu bekommen. Ich stelle die Tasche also auf den Boden, grüße freundlich und hebe die Arme zum Abgetastet werden. Der Kontrolletti nickt nur, rührt keinen Finger, schaut auf die Tasche und fragt: „Camera?“ Ich nur: „Yes.“ Er nur: „Ok.“ Und das war’s dann. Nichts öffnen, nichts diskutieren.


Was soll ich dazu sagen.hsv_07.jpg

Dis Sitze im so genannten Grand Stand sind etwas bequemer, haben sogar eine Rückenlehne. Und auf dieser Seite des Stadions gibt es immerhin einen (!) Stand mit Kaffee und Sandwiches , wenn man keine in Müllbeuteln und Plastikeimern verstauten Chipstüten und Colabecher beim fliegenden Händler kaufen möchte.

Der Torsegen machte das Spiel außerdem schön kurzweilig.

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Hier zum Beispiel zappelt der Ball nach einem Freistoß von Rafaeldino zum ersten Mal im Netz.

Und hier greift der Torwart zum zweiten Mal dem Ball hinterher:

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Ein paar Reihen weiter hinter unseren Plätzen schauten die verletzten HSVler dem Treiben recht gleichmütig zu (auf dem Bild ganz unten).

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Nur an der Anzeigetafel sollten ein HSV-Imagebeautragter und englischer Muttersprachler noch einmal die Schreibweisen überprüfen.

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Nach dem Sieg ging es mit Chuzpe weiter.

In der Halbzeitpause der zweiten Begegnung sind wir zu viert selbstbewusst auf den Eingang zum VIP-Bereich zugegangen, der hinter einer Tür direkt am Haupteingang liegt. Die Tür war offen, der Aufpasser zu schüchtern, uns nach unseren Ausweisen zu fragen. Schwupps, standen wir zwischen wichtigen Locals, HSV-Spielern, Managern und andern VIPs. Ja, man konnte sich ganz unverkrampft mit den Profis unterhalten und auch ein Fan-Foto machen (Nur Herr A. nicht, dem war es etwas peinlich, sich zwischen Huub Stevens und Dietmar Beiersdorfer zu stellen) . So familiär ist das in Dubai.

Bei Verletzungen während des Spiels wird übrigens High-Tech mit Blaulicht eingesetzt, um schnell Hilfe zu den Spielern zu bringen:

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Da im zweiten Spiel (dessen zweite Halbzeit wir im VIP-Bereich aus der 3. Reihe verfolgten) das UAE-Team nicht noch ungefähr acht Tore schoss, die es benötigt hätte, um das Turnier zu gewinnen, wurde der HSV halt mal wieder Meister.

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