Neulich in der Werkstatt

Sonntag 10. April 2011

Natürlich ist ein Leben mit Frau A. und dem Kleinen Herrn A. nicht so langweilig, dass es nichts darüber zu berichten gäbe. Im Gegenteil! Aber viele von den schönen und weniger schönen Dingen, die in den vergangenen Wochen über uns hereingebrochen kamen, sind mir einfach zu privat um sie hier einer breiten Öffentlichkeit zu berichten. Ohne näher auf Dreimonatkoliken und Krabbelversuche, Krankhäuser und Luxushotels einzugehen, kann ich soviel sagen: Die vergangenen Wochen waren schön, aber anstrengend!

Symptomatisch für die Melange aus Übermüdung und mangelnde Konzentration war vielleicht der Werkstattbesuch vor einigen Tagen. Der Silberelch hatte einen Schaden und bedurfte einer Reparatur. Ich hatte bereits am Tag zuvor beim Elch-Händler angerufen und dafür gesorgt, dass die nötigen Teile bestellt wurden. Wenn ich um 7.30 Uhr dort wäre, sagte man mir, könne ich mit viel Glück den Wagen sogar noch am gleichen Tag wieder mitnehmen.

Nun, ich stand um 7.50 Uhr am Tresen und sagte dem freundlich lächelnden Mitarbeiter, die Ersatzteile müssten bereits im Lager sein, schob ihm den Schlüssel rüber, nahm seine Empfehlung für ein Café in der Nähe dankbar an und wankte noch leicht schläfrig von dannen. Glücklicherweise verkaufte mir die Café-Dame einen Kaffee auch noch für den kümmerlichen  Inhalt meines Münzfachs im Portemonnaie, sodass ich bei einer Zeitung etwas munterer wurde. Irgendwann machte ich mich auf den Rückweg zum Autohändler. Beim Anblick der neuen und gebrauchte Autos auf dem  Hof wurde ich erst stutzig, dann nervös: Hier standen keine Elche.

Ich stand wieder am Tresen, der Verkäufer lächelte mich wieder an, ich sagte: „Ich glaube, ich bin falsch hier“, er fragte: „Warum?“, ich sagte: „Sie sind gar nicht der Elch-Händler“, er sagte: „Nein“, ich sagte: „Oh“, er sagte: „Kein Problem, ich habe den Elch-Händler angerufen, gleich kommt jemand und holt den Wagen ab“, ich sagte „…“

Den Autohändler, bei dem ich den Wagen an diesem Morgen abstellte, kannte ich noch von der Suche nach einem Gebrauchtwagen. Er hat einen nordisch klingenden Namen. Beim Elch-Händler war ich zuvor auch nur einmal ganz kurz. Er ist nur  eine Einfahrt weiter, aber nicht so gut erkennbar.