Erstes halbes Jahr

Montag 16. Mai 2011

Vorhin musste ich mir erst mal den Sabber aus dem linken Ohr wischen. Der Kleine Herr A. hat beim Herumtoben auf dem Bett entdeckt, wie toll es ist, wenn man an Papas Haaren zieht und dabei „Bhbhbhbhbhbbbbbbht…..Bhhbhbhbhbhbht….Bhbhbhbhhbhht“ in sein Ohr brabbelt, an der Ohrmuschel kaut und zwischendurch noch ein lautes „Ahhhhhhhh“ herausquiekt.

Mittlerweile ist der Kleine Herr A. sechs Monate alt. Sein erster halber Geburtstag (und unsere Probezeit als Eltern) ist also rum. Läuft ganz gut, glaube ich. Er steht bereits auf allen vieren auf seiner Spieldecke im Wohnzimmer und bewegt sich in einer Mischung aus Kriechen und Rollen fort. Richtiges Krabbeln wird nicht mehr auf sich warten lassen  und ich fürchte, schon sehr bald müssen wir deutlich mehr als nur die Tischbeine vor den Kopfnüssen des  Kleinen schützen.

Noch viel lieber als Krabbeln möchte er allerdings schon hopsen und stehen. Natürlich unterstützt durch Papas helfende Hände. Das Aufrechte kann er natürlich nicht allein, darf er in dem Alter auch noch nicht. Aber wenn er doch mal die Gelegenheit bekommt, dann macht er seinem Spitznamen Duracel alle Ehre. Wenn man diese Energie irgendwie zur Stromerzeugung nutzen könnte, bräuchten wir deutlich weniger Kraftwerke im Land.

Durchschlafen ist leider noch nicht. Aber der Kleine findet immer besser seinen Rhythmus mit immer längeren Schlafphasen. Glaube ich zumindest, denn ich werde durch Hungergeschrei meist später (noch öfter: überhaupt nicht) aus dem Schlaf gerissen als Frau A.  Tatsächlich ist sie die deutlich leidtragendere. Ihr gebührt das viel größere Lob dafür, dass der Kleine nie wirklich Hunger leiden muss, sondern seine Portionen an Muttermilch, Babymilch, Apfel, Pastinake und Kürbis bekommt.

„Bhbhbaaaabhbhbaaaa“ (Papa) ist dafür etwas mehr für die Bespaßung mit Hüpfen, Höhlenbau, Haareziehen, Kitzeln, Babysprech und merkwürdigen Mundgeräuschen zuständig.

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Ein Dank geht an die Krankenschwester, die mir vor einigen Monaten, als ich mit dem schlaflosen Kleinen Herrn A. durch die langen Krankhausflure wanderte, erzählte, sie ,  ihrem Sohn hätte sie immer „Ich geh‘ mit meiner Laterne“ vorgesummt. Dieses Lied ist seitdem eine sehr zuverlässige Methode, den Kleinen Herrn A. zu beruhigen oder sogar in den Schlaf zu schunkeln.

Ich hoffe nur, dass er bei seinem ersten Laternenumzug nicht einfach auf der Straße einschläft.

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Innerhalb welcher Zeitspanne verwandeln sich blonde Haare und blaue Augen eigentlich in braune Haare und braune Augen?

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