Der Kleine Herr A. und die Berufswahl

Freitag 22. April 2011

Im Hause A. gibt es ein donnerstägliches Ritual: Herr A. geht vor die Tür und zupft die aktuelle Ausgabe der „Zeit“ aus dem Briefkasten. Diese überreicht er Frau A., die sich üblicherweise sofort das „Zeit Magazin“ herausschüttelt und sich damit ins Bett verdrückt. Dort schlägt sie sofort Seite  6 auf und verschlingt die Kolumne ihres Lieblingskolumnisten Harald Martenstein (wie das vor fünf Jahren aussah, ist hier zu sehen). Wir sprechenseitdem  immer davon, dass Frau A. mit Martenstein ins Bett steigt.

Heute wollte ich Frau A. und dem Kleinen Herrn A. die Kolumne zur Abwechslung vorlesen. Ich sitze auf dem Sofa, den Kleinen auf dem Schoß und und beginne:

„Frau B., berühmt und begütert, hat einen fünfzig Jahre jüngeren Liebhaber. Die Frage ist: Warum machen junge Männer das mit? Warum finden sich Freiwillige, die …“

Sehr viel weiter kam ich nicht, denn der Kleine Herr A. griff nach der Seite, knüllte sie, stopfte sich einen Teil in den Mund und rang dann mit Frau A. um das Papier. Danach sah die Seite so aus:

Der Kleine Herr A. wird wohl später Literaturkritiker. Dies war sein erster Verriss.

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